Bewerbung Achtung vor gefälschten Stellenanzeigen

Achtung Betrug: Im Netz lauern Verbrecher auf ihre Opfer.
Achtung Betrug: Im Netz lauern Verbrecher auf ihre Opfer.

Im Internet kursieren gefälschte Stellenanzeigen. Die Betrüger haben es auf Daten und Geld der Opfer abgesehen. Der Gabelstaplerbauer Kion schlägt jetzt Alarm.

Der Gabelstaplerbauer Kion aus Wiesbaden ist alaramiert. Das Unternehmen warnt vor gefälschten Stellenangeboten des Konzerns im Internet. Dabei führen die Täter unter anderem Vorstellungsgespräche mit Bewerbern, bevor sie beispielsweise für angeblich benötigte Software oder Vermittlungsgebühren Geld verlangten, erläutert Ruth Schorn, Chief Compliance Officer der Kion Group. Inzwischen erreichten sie praktisch jede Woche Meldung über Vorfälle dieser Art aus allen Teilen des Konzerns. »Jemand benutzt den Namen Kion und stellt gefälschte Stellenanzeigen ins Netz«, berichtet sie.

Die Betrüger forderten im Online-Gespräch die Bewerber auf, eine kostenpflichtige Software herunterzuladen, die angeblich für die künftige Arbeit im Home Office benötigt werde. Oder sie verlangten eine Vermittlungsgebühr, damit das Bewerbungsverfahren fortgesetzt werden könne. Dies entspricht keinesfalls der Praxis bei Kion. »Meines Wissens ist bisher in keinem Fall jemand darauf hereingefallen“«, sagt Ruth Schorn. Allerdings seien die Betrüger zurzeit massiv unterwegs, und das nicht nur bei der Kion Group, so dass es wohl nur eine Frage der Zeit sei, bis ein Bewerber zahle. Technisch lässt sich dieser Betrug nicht verhindern, wie Ruth Schorn erklärt. Die Masche funktioniert nicht über die Manipulation der IT-Systeme von Kion.

Phänomen aus den USA

Bislang sind Fälle dieser Art, die Kion betreffen, aus Deutschland, Nordamerika und Brasilien bekannt. Dabei werden Bewerber aufgefordert, persönliche Daten zu nennen und zum Beispiel wie in den USA ihre Sozialversicherungsnummer anzugeben. 

In Deutschland verliefen die Betrugsversuche ähnlich. In gefälschten Stellenanzeigen wurden zum Beispiel Mitarbeiter für die Personalabteilung gesucht. Bewerber, die ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen einreichten, hörten nie wieder etwas von den Betrügern. In diesen Fällen ging es wohl um Identitätsdiebstahl, wie die Ermittlungsbehörden vermuten.

Im Internet kursieren immer mehr gefälschte Stellenanzeigen. Auch deutsche Unternehmen sind bereits Opfer geworden. Die Dunkelziffer ist hoch – und die Cyber-Täter sitzen im Ausland und sind fast nicht zu greifen, heißt es beim Deutschen Institut für Compliance e.V. (DICO) in Berlin. Auch das hessische Landeskriminalamt (LKA) kennt Fälle. Offizielle Zahlen hat es allerdings nicht.