Work-Life-Balance Abschied von der Anwesenheitspflicht

Viele Mitarbeiter entlastet es, wenn Sie sich Arbeit und Freizeit selbst einteilen können.

Unternehmen jammern über Fachkräftemangel, doch nur wenige entstauben ihre Personalarbeit, um attraktiver zu werden. Das ist nicht nur schade für die Mitarbeiter: Unternehmen, deren Personalmanagement sich auf die Lebensphasen der Mitarbeiter einstellt, verdienen mehr Geld als andere, hat das arbeitgebernahe IW ausgerechnet.

Eine Rolle Rückwärts machte Anfang 2013 die neue Chefin Marissa Mayer und pfiff die verwöhnten Yahoo-Mitarbeiter vom Home-Office ins Büro zurück. Der Grund: angeblich würde die Zusammenarbeit leiden, wenn man sich nicht regelmäßig auf den Fluren über den Weg laufe. Und schob unmißverständlich hinter, dass derjenige gerne gehen könne, dem das nicht passe.

Scheint, also ob Frau Mayer damit nicht im Trend liegt. Rund jeder vierte Arbeiter, Angestellte oder Beamte (23 Prozent) arbeitet inzwischen hin und wieder von zu Hause aus, jeder fünfte (21 Prozent) sogar regelmäßig. Das hat eine aktuelle repräsentative Studie des BITKOM ergeben.

Gerade in IT-Unternehmen kann man auf die neue, moderne Arbeitnehmer-Spezies treffen: Hochqualifizierte Individualisten, die sich ihres Marktwertes sehr wohl bewusst sind und ihre Arbeitgeber sorgsam danach auswählen, wieviel Zeit ihnen neben der Arbeit noch zum Leben bleibt.

Wie führt man diese neue Generation an Mitarbeitern? Seminarveranstalter haben sich darauf längst eingestellt: „Individualisten führen und motivieren“ – so lautet zum Beispiel der Titel eines neuen Seminars, das das Institut für integrale Lebens- und Arbeitspraxis (ilea), Esslingen, für Führungskräfte und Projektleiter entwickelt hat.

Das dreitägige Seminar wurde laut Aussagen des Institutsleiters Michael Schwartz speziell für Führungskräfte „von High-Performance-Unternehmen und solche, die sich hierzu entwickeln möchten“ konzipiert. Sie lernen in dem Seminar, hochqualifizierte Mitarbeiter, die neben einem ausgeprägten Ego ein individuelles Wertesystem haben, so zu führen, dass sie sich mit ihrer Aufgabe identifizieren und Spitzenleistungen erbringen.

Eine Beschäftigung mit diesem Thema ist laut Michael Schwartz, der das Seminar auch leitet, unter anderem wichtig, weil für hochqualifizierte Mitarbeiter zumeist gilt: Sie lassen sich nicht nach dem Prinzip „Befehl und Gehorsam“ führen. Sie müssen vielmehr individuell als Mitstreiter gewonnen werden – unter anderem durch die Art, wie ihre Führungskraft mit ihnen kommuniziert und sie in ihre Entscheidungen integriert. Das setzt voraus, dass die Führungskraft weiß, was ihre Mitarbeiter antreibt und motiviert.

„Balance“ zwischen Arbeit und Privatleben gehört dabei eindeutig dazu. Vor allem Angestellten in der sog. "Rush-hour" des Lebens (Kind, Karriere, Kredit aufs Haus) geht häufig die Puste aus, weil sie keinen Ausweg aus dem Hamsterrad finden.

Firmen profitieren also davon, wenn Sie Rücksicht auf diese Mitarbeiter nehmen: Heimarbeit zum Beispiel entlastet Mütter und Väter, wenn die Kinder mal krank sind oder die Ferienbetreuung nicht alles abdeckt.

Der Wunsch nach dieser Möglichkeit ist da: Von den Befragten, die laut BITKOM-Studie derzeit ein Home Office beruflich nicht nutzen, würden 41 Prozent dies gerne tun. Jeder Achte (12 Prozent) wünscht sich die Möglichkeit, regelmäßig von zu Hause aus zu arbeiten, mehr als jeder Vierte (29 Prozent) zumindest hin und wieder.

Technisch ist all das möglich, weil Beschäftigte heute dank schneller Internetverbindungen und Lösungen wie Voice-over-IP-Telefonie oder Videokonferenzen ortsunabhängig zu arbeiten in der Lage sind. Woran es oft noch hapert, ist das Vertrauen, dass der Mitarbeiter seine Freiheit nicht missbraucht.

Vielleicht ist das der Grund, dass man eine weitsichtige Personalpolitik, die work-life-balance ernst nimmt und Führungskräfte dahingehend schult, in deutschen Unternehmen noch äußerst selten findet. Gerade einmal 8 Prozent der Unternehmen bescheinigt das Institut der Deutschen Wirtschaft in einer neuen Studie eine "Lebensphasenorientierte Personalpolitik".

Und diese 8 Prozent verdienen damit auch noch bares Geld: sie stehen wirtschaftlich besser da als ihre Mitbewerber, erwirtschaften häufiger Gewinne, sind innovativer und ihre Mitarbeiter seltener krank (fünf statt durchschnittlich 7 Tage) als Unternehmen, deren Personalabteilungen rein administrativ tätig sind.

Zwei Drittel der Firmen mit einem lebensphasenorientierten Personalmanagement machten laut IW im Jahr 2012 Gewinn; im Schnitt aller Unternehmen waren es lediglich rund 55 Prozent.

 

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Gut, es gibt auch Ausnahmen. Anfang 2013 machte Yahoo-Chefin Marissa Mayer Schlagzeilen, weil sie  Mitarbeiter vom Home-Office ins Büro zurückpfiff. Angeblich würde die Zusammenarbeit im Team leiden, wenn man sich nicht regelmäßig auf den Fluren über den Weg laufe.  Und wem das nicht passe, der könne gerne ja gehen,  schob Mayer unmissverständlich hinterher,

Im Trend liegt Frau Mayer damit nicht. Denn die Arbeit im Home Office gehört für viele Arbeitnehmer längst zum Alltag. Rund jeder vierte Arbeiter, Angestellte oder Beamte (23 Prozent) arbeitet hin und wieder von zu Hause aus, jeder fünfte (21 Prozent) sogar regelmäßig. Das hat eine aktuelle repräsentative Studie des BITKOM ergeben.

 Von den Befragten, die derzeit ein Home Office beruflich nicht nutzen, würden 41 Prozent dies gerne tun. Jeder Achte (12 Prozent) wünscht sich die Möglichkeit, regelmäßig von zu Hause aus zu arbeiten, mehr als jeder Vierte (29 Prozent) zumindest hin und wieder.

Möglich ist all das, weil Beschäftigte heute dank schneller Internetverbindungen und Lösungen wie Voice-over-IP-Telefonie oder Videokonferenzen ortsunabhängig zu arbeiten in der Lage sind.

Wichtig sei dabei aber, so der BITKOM, klare Absprachen zwischen Unternehmen und Arbeitnehmer zu treffen.

Am seltensten nutzen Arbeiter ein Home Office, nur rund jeder fünfte (22 Prozent) arbeitet auch von zu Hause. Bei den Beamten sind es 43 Prozent, wobei mehr als jeder vierte (29 Prozent) sogar regelmäßig vom heimischen Schreibtisch aus arbeitet.

Am häufigsten sind Angestellte im Home Office anzutreffen: Rund jeder zweite (51 Prozent) nutzt die Möglichkeit. 28 Prozent der Angestellten arbeiten dabei hin und wieder im privaten Arbeitszimmer, 23 Prozent regelmäßig. Bei den Angestellten, die bislang nicht im Home Office arbeiten, ist auch das Interesse am größten: Mehr als die Hälfte (55 Prozent) würden gerne zumindest hin und wieder von zu Hause arbeiten. Bei den Beamten sind es etwas weniger (51 Prozent), unter den Arbeitern ist der Wunsch nach Home Office die große Ausnahme – 79 Prozent haben daran kein Interesse.

Ganz anders sieht das Bild aus, wenn man die Selbstständigen und Freiberufler betrachtet. Von ihnen nutzen alle die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Selbstständigen arbeiten regelmäßig vom heimischen Schreibtisch aus, der Rest (47 Prozent) zumindest hin und wieder.

Hinweis zur Methodik: Das Marktforschungsinstitut Aris hat im Auftrag des BITKOM 1006 Personen ab 14 Jahren in Deutschland befragt, darunter 620 Berufstätige. Die Befragung ist repräsentativ.

Gut, es gibt auch Ausnahmen. Anfang 2013 machte Yahoo-Chefin Marissa Mayer Schlagzeilen, weil sie  Mitarbeiter vom Home-Office ins Büro zurückpfiff. Der Grund: angeblich würde die Zusammenarbeit leiden, wenn man sich nicht regelmäßig auf den Fluren über den Weg laufe.  Und schob unmißverständlich hinter, dass wem das nicht passe, der könne gerne gehen.  

Scheint, also ob Frau Mayer damit nicht im Trend liegt. Denn die Arbeit im Home Office gehört für viele Arbeitnehmer längst zum Alltag. Rund jeder vierte Arbeiter, Angestellte oder Beamte (23 Prozent) arbeitet hin und wieder von zu Hause aus, jeder fünfte (21 Prozent) sogar regelmäßig. Das hat eine aktuelle repräsentative Studie des BITKOM ergeben.

Gerade in IT-Unternehmen kann man auf eine moderne Arbeitnehmer-Spezies treffen: Hochqualifizierte Individualisten, die sich ihres Marktwertes sehr wohl bewusst sind und ihre Arbeitgeber sorgsam auswählen.  Wie führt man diese neue Generation an Mitarbeitern? Seminarveranstalter haben sich darauf längst eingestellt: „Individualisten führen und motivieren“ – so lautet zum Beispiel der Titel eines neuen Seminars, das das Institut für integrale Lebens- und Arbeitspraxis (ilea), Esslingen, für Führungskräfte und Projektleiter entwickelt hat. Das dreitägige Seminar wurde laut Aussagen des Institutsleiters Michael Schwartz speziell für Führungskräfte „von High-Performance-Unternehmen und solche, die sich hierzu entwickeln möchten“ konzipiert. Sie lernen in dem Seminar, hochqualifizierte Mitarbeiter, die neben einem ausgeprägten Ego ein individuelles Wertesystem haben, so zu führen, dass sie sich mit ihrer Aufgabe identifizieren und Spitzenleistungen erbringen.

Eine Beschäftigung mit diesem Thema ist laut Michael Schwartz, der das Seminar auch leitet, unter anderem wichtig, weil für hochqualifizierte Mitarbeiter zumeist gilt: Sie lassen sich nicht nach dem Prinzip „Befehl und Gehorsam“ führen. Sie müssen vielmehr individuell als Mitstreiter gewonnen werden – unter anderem durch die Art, wie ihre Führungskraft mit ihnen kommuniziert und sie in ihre Entscheidungen integriert. Das setzt voraus, dass die Führungskraft weiß, was ihre Mitarbeiter antreibt und motiviert.

„Balance“ zwischen Arbeit und Privatleben gehört dabei eindeutig dazu.

Von den Befragten, die laut BITKOM-Studie derzeit ein Home Office beruflich nicht nutzen, würden 41 Prozent dies gerne tun. Jeder Achte (12 Prozent) wünscht sich die Möglichkeit, regelmäßig von zu Hause aus zu arbeiten, mehr als jeder Vierte (29 Prozent) zumindest hin und wieder.

Möglich ist all das, weil Beschäftigte heute dank schneller Internetverbindungen und Lösungen wie Voice-over-IP-Telefonie oder Videokonferenzen ortsunabhängig zu arbeiten in der Lage sind.

Wichtig sei dabei aber, so der BITKOM, klare Absprachen zwischen Unternehmen und Arbeitnehmer zu treffen.

Am seltensten nutzen Arbeiter ein Home Office, nur rund jeder fünfte (22 Prozent) arbeitet auch von zu Hause. Bei den Beamten sind es 43 Prozent, wobei mehr als jeder vierte (29 Prozent) sogar regelmäßig vom heimischen Schreibtisch aus arbeitet.

Am häufigsten sind Angestellte im Home Office anzutreffen: Rund jeder zweite (51 Prozent) nutzt die Möglichkeit. 28 Prozent der Angestellten arbeiten dabei hin und wieder im privaten Arbeitszimmer, 23 Prozent regelmäßig. Bei den Angestellten, die bislang nicht im Home Office arbeiten, ist auch das Interesse am größten: Mehr als die Hälfte (55 Prozent) würden gerne zumindest hin und wieder von zu Hause arbeiten. Bei den Beamten sind es etwas weniger (51 Prozent), unter den Arbeitern ist der Wunsch nach Home Office die große Ausnahme – 79 Prozent haben daran kein Interesse.

Ganz anders sieht das Bild aus, wenn man die Selbstständigen und Freiberufler betrachtet. Von ihnen nutzen alle die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Selbstständigen arbeiten regelmäßig vom heimischen Schreibtisch aus, der Rest (47 Prozent) zumindest hin und wieder.

Firme profitieren davon, dass sie Rücksicht darauf nehmen, dass sich Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter je nach Lebenslage und Alter verändern. Die Möglichkeit zur Heimarbeit ist vor allem für Familien mit Kindern oftmals ein Segen und entlastet Mütter und Väter, wenn die Kinder mal krank sind oder die Ferienbetreuung nicht alles abdeckt.

Allerdings bescheinigen die IW-Wissenschaftler nur knapp 8 Prozent der untersuchten Firmen eine so weitsichtige Personalpolitik.  Weitsichtige, „Lebensphasenorientierte Personalpolitik“ nennt das das arbeitgebernahe Institut der Deutschen Wirtschaft. Sie zahle sich aus: Unternehmen, deren Personalarbeit die Bedürfnisse der Mitarbeiter ernst nimmt, stehen oft besser da als ihre Mitbewerber: Sie erwirtschaften häufiger Gewinne, sind innovativer und ihre Mitarbeiter sind seltener krank als Unternehmen, deren Personalabteilungen rein administrativ tätig sind. Im Durchschnitt aller Unternehmen sind Mitarbeiter knapp sieben Tage pro Jahr krank, in Unternehmen mit Lebensphasenorientierung sind es nur fünf Tage. Zwei Drittel der Firmen mit einem lebensphasenorientierten Personalmanagement machten im Jahr 2012 Gewinn; im Schnitt aller Unternehmen waren es lediglich rund 55 Prozent.

Firme profitieren davon, dass sie Rücksicht darauf nehmen, dass sich Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter je nach Lebenslage und Alter verändern. Die Möglichkeit zur Heimarbeit ist vor allem für Familien mit Kindern oftmals ein Segen und entlastet Mütter und Väter, wenn die Kinder mal krank sind oder die Ferienbetreuung nicht alles abdeckt.