Arbeitskräftebedarf und –angebot bis 2025 Ab 2015 Fachkräfte-Engpass für mittlere Qualifikationen befürchtet.

Sonst ist immer von Hochqualifizierten die Rede. In Wahrheit droht insbesondere bei Fachkräften mit mittlerer Qualifikation ab 2015 ein wesentlicher Engpass, prognostizieren Wissenschaftler. Denn ab 2015 gehe ihre Zahl »rasant« zurück. Insgesamt könnte sich bis zum Jahr 2025 ein Mangel von rund 1,8 Millionen Erwerbspersonen ergeben.

Das Bonner Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg haben gemeinsam neue Modellrechnungen zur Entwicklung des Arbeitsmarktes bis zum Jahr 2025 veröffentlicht.

Die Prognosen zeigen unter anderem, in welchen Bereichen ein erheblicher Fachkräftemangel entstehen könnte und welche Qualifikationen besonders von Arbeitslosigkeit bedroht sein dürften. Insbesondere bei den Fachkräften auf der mittleren Qualifikationsebene droht laut IAB und BIBB ein wesentlicher Engpass, da der Bedarf an diesen Beschäftigten bis 2025 nahezu gleich bleibt, die Zahl der  Erwerbspersonen bis 2015 zunächst leicht, dann aber rasant zurückgehen soll.  

Zudem scheide ab dem Jahr 2020 eine steigende Zahl von Fachkräften aus dem Erwerbsleben aus. Somit könnte sich bis zum Jahr 2025 ein Mangel in einer Größenordnung von rund 1,8 Millionen Erwerbspersonen ergeben. Zu den Verlierern gehören Erwerbstätige ohne Berufsabschluss.  Der Bedarf nach ihnen wird nach den Projektionen von BIBB und IAB bis zum Jahr 2025 ebenso  zurückgehen wie auch das Angebot; es werde für sie zunehmend schwieriger werden, eine Beschäftigung zu finden.

»Hier sind massive Nachqualifizierungen notwendig, um einem drohenden Fachkräftemangel bei gleichzeitiger Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken und damit den Wirtschaftsstandort Deutschland  langfristig zu sichern«, sagt Prof. Dr. Reinhold Weiß, stellvertretender Präsident und Forschungsdirektor des BIBB. »Auch in MINT-Berufen, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, wird es zu Engpässen kommen, da gerade diese Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt sehr nachgefragt sind.“, so die Berufs- und Arbeitsmarktforscher und Autoren der Studie Dr. Robert Helmrich (BIBB) und Dr. Gerd Zika (IAB).

Die Entwicklungen, die in den Modellrechnungen von BIBB und IAB ausgewiesen werden, müssen freilich nicht zwangsläufig so eintreten, denn Unternehmen und Arbeitssuchende haben unterschiedliche Möglichkeiten, darauf zu reagieren. Die Analysen sollen vor allem aufrütteln und auf die Bereiche hinweisen, in denen es aus heutiger Sicht Engpässe geben wird.