Diversity 900 Frauen und 17 Männer

María Belén Aranda Colás ist Engineer Powerwoman 2017.
María Belén Aranda Colás ist Engineer Powerwoman 2017.

Der Women Power Kongress stellte thematisch die Digitalisierung der Arbeit in den Mittelpunkt, wurde von zahlreichen Diskussionsrunden begleitet, zeichnete eine Powerwoman aus und doch fehlte was - Unternehmen, die vor Ort um weibliche Führungskräfte werben.

Die Industrie stöhnt. Den Unternehmen fehlen qualifizierte Mitarbeiter. Über 900 von ihnen, weibliche Fachkräfte, trafen sich auf dem Women Power Kongress am letzten Messetag, um über Arbeit, Karriere und Digitalisierung zu diskutieren – die Themen sind nicht neu, viele Diskussionen sind schon geführt worden. Deshalb ging es auch ums Netzwerken. Das wäre eigentlich eine passende Gelegenheit gewesen, um neue Mitarbeiterinnen anzuwerben, sich als Unternehmen zu präsentieren und Kontakte zu knüpfen – die Deutsche Bank hat das verstanden, in der Industrie nur sehr wenige. Die meisten Unternehmen, Aussteller der Messe, blieben dem Kongress fern, ließen sich die Chance entgehen einen Personaler vorbeizuschicken. Dazu kommt: Der Kongress ist nicht ausschließlich für Frauen, denn viele Themen, die in den Foren diskutiert wurden, treiben Männer auch um. Zur Eröffnung kamen 17. Warum?

Der Kongress braucht mehr Männer, braucht mehr Aufmerksamkeit, braucht einen anderen Termin, denn die dort diskutierten Themen sind entscheidend für den Erfolg der Unternehmen – Stichwort: Diversity. Auch die Gewinnerin des Engineer Powerwoman-Award verdient mehr Aufmerksamkeit. Vielleicht vergibt die Messe diesen Preis in Zukunft zusammen mit dem Hermes-Award am Vorabend der Messe, wenn die Industriewelt auf Hannover blickt und international berichtet wird. 

Vorbild sein

In diesem Jahr wurde María Belén Aranda Colás zur Engineer Powerwoman gekürt. Sie nahm den mit 5.000 Euro dotierten Preis des Karrierekongresses Women Power während der Eröffnung von Yasmin Fahimi, Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, sowie dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Messe AG, Dr. Wolfram von Fritsch, entgegen. Mit Maria Belén Aranda Colás zeichnet die Jury eine Frau aus, die nicht nur als Projektleiterin erfolgreiche Arbeit geleistet hat, sondern sich darüber hinaus für die Förderung von Frauen im MINT-Bereich stark gemacht hat. Damit ist sie ein Vorbild für junge Mädchen und Frauen, die sich für Technik interessieren und einen entsprechenden beruflichen Weg einschlagen, heißt es in der Laudatio.

Seit März 2017 ist Maria Belén Aranda Colás bei der Robert Bosch GmbH als Referentin der Bosch Geschäftsführung tätig. Davor arbeitete die studierte Elektrotechnikerin als Projektleiterin für Automatisiertes Fahren im Geschäftsbereich Chassis Systems Control der Robert Bosch GmbH. Aranda setzt sich engagiert für neue Technologien ein, die die Verkehrssicherheit erhöhen und hat sich auf Kongressen und Podiumsdiskussionen oder in Arbeitskreisen mit Gesetzgebern und Regulationsverbänden für das automatisierte Fahren stark gemacht. Gleichzeitig engagiert Aranda sich als Mentorin und ermuntert junge Mädchen und Studentinnen dazu, sich von der Technik faszinieren zu lassen und ihren eigenen Weg zu gehen. 

Welche Rolle ihre Mutter in ihrer Karriere spielte und wie es vor 17 Jahren bei Bosch um das Thema Frauen stand, verrät Maria Belén Aranda Colás im Interview mit der Markt&Technik. 

 

 

Die Siegerin im Interview

Robert Weber sprach mit Maria Belén Aranda Colás von der Robert Bosch GmbH.