Business-Knigge 30 Grad, Kurzarm zur Krawatte, geht das?

Auch bei 30 Grad Sommerhitze gilt ein Business-Dresscode.
Auch bei 30 Grad Sommerhitze gilt ein Business-Dresscode.

Sicherlich – in der Elektronikbranche geht es lockerer zu als etwa im Consulting oder im Bankwesen – das heißt aber nicht, dass es keinen Dresscode gibt. Hier die wichtigsten Tipps für den Kundenkontakt.

Kai Oppel ist Autor des Buches „Business-Knigge“, das inzwischen in dritter Auflage im Beck Verlag erscheint. Er betont, dass Männer und Frauen trotz hoher Temperaturen nie mehr Haut zeigen sollten, als notwendig. Denn: „Wer Haut zeigt, verspielt Ansehen“. Sicherheitshalber sollte man vor wichtigen Kundenterminen also eine konservative Wahl des Outfits treffen.

Deshalb sollten Männer stets, also auch im Sommer, langärmlige Hemden tragen und diese nicht mehr als zwei Knöpfe öffnen. Wenn es sehr heiß ist, können die Ärmel je nach Situation aber aufgekrempelt werden. Als Material für den Anzug an heißen Sommertagen empfiehlt der Ratgeber leichte Schurwolle in hellen und dezent gemusterten Farben, in denen man nicht schwitzt.

Immer wieder gesehen: Kurzarm-Hemden mit Krawatte. Doch egal wie warm es ist – Kurzarm-Hemden gehören nicht in eine klassische Business-Garderobe und gelten mit Krawatte getragen sogar als Faux Pas. Lautet hingegen der Dresscode bei einer Kundenveranstaltung „Business Casual“ oder „Casual Friday“, kann das Kurzarm-Hemd (ohne Krawatte) oder auch ein Poloshirt getragen werden. Auch hier aber gilt: Maximal zwei offene Knöpfe!

Synthetik und bügelfreie Hemden mögen praktisch sein, haben aber den gleichen Nachteil wie Funktionskleidung beim Sport: sie riechen schnell. Also besser Baumwolle oder Leinen. Bei den Hosen haben Herren leider keine Wahl: Bermudas und Shorts gehen nicht, helle, lange Stoffhosen aus Baumwolle schon.

Frauen mögen es zwar im Sommer leichter haben bei der Kleiderwahl, aber auch hier gilt: Der Rock sollte die Knie bedecken, höchstens eine Hand breit drüber die Knie „umspielen“. Zu kurze Röcke, tiefe Ausschnitte und freiliegende Schultern gehören auch bei 30 Grad plus nicht in den Büroalltag und ja, auch an heißen Tagen gehört immer eine (transparente) Strumpfhose dazu!

Bei der Wahl der Schuhe gilt für beide Geschlechter striktes Sandalen-Verbot und selbst Peeptoes verbieten Stilexperten, weil sie ebenfalls einen Blick auf die Zehen offenbaren.

„Trotz all der Regeln sollte sich jeder in seiner Kleidung wohlfühlen und das Outfit zum eigenen Stil und dem Dresscode des Unternehmens passen“, erklärt Autor Oppel. Den kann man leicht rausfinden, verrät er: „Beobachten Sie, wie die Führungsriege sich kleidet.“

Trägt der Chef also Kurzarm zur Krawatte dann können sie es, zumindest in seinem Beisein, etwas lockerer angehen lassen. Noch besser: Eine offizielle Anfrage nach dem Dresscode bei der Personalabteilung.