„Wir haben den Anspruch an uns, die Bedürfnisse unserer Mitarbeiter zu erkennen!“ 140 sichere Jobs zu vergeben

Dr. Jürgen Ober, Managing Director Human Resources und Mitglied der Geschäftsleitung bei Weidmüller: „Wir sind ein sympathisches Unternehmen, das den Mitarbeiter, seine Weiterbildung und sein Wohlergehen sehr ernst nimmt. Doch wir konkurrieren mit Großräumen wie München, Stuttgart oder Hamburg – und da haben wir hier einen Standort-Nachteil.“
Dr. Jürgen Ober, Managing Director Human Resources und Mitglied der Geschäftsleitung bei Weidmüller: „Wir sind ein sympathisches Unternehmen, das den Mitarbeiter, seine Weiterbildung und sein Wohlergehen sehr ernst nimmt. Doch wir konkurrieren mit Großräumen wie München, Stuttgart oder Hamburg – und da haben wir hier einen Standort-Nachteil.“

Weidmüller bietet Lösungen für die elektrische Verbindung, Übertragung und Wandlung von Energie, Signalen und Daten im industriellen Umfeld. Sitz des nicht-börsennotierten und weltweit erfolgreichen Familienunternehmens ist Detmold, ca. 30 Kilometer von Bielefeld entfernt. Die Aus- und Weiterbildung seiner Mitarbeiter sowie ihr Wohlergehen nimmt das Unternehmen sehr ernst, rund 75 Prozent der Führungskräfte werden intern besetzt. Das bringt Weidmüller zwar erste Plätze bei Arbeitgeber-Rankings ein – doch leider noch nicht genug Bewerber.

Das europäische High-Tech-Cluster Ostwestfalen-Lippe macht mit insgesamt rund 300 Unternehmen aus Maschinenbau, Industrieautomation und Automotive einen Jahresumsatz von über 13 Milliarden Euro. Weidmüller ist eines davon. Längst reichen die regional vorhandenen Fachkräfte nicht mehr aus, um den Bedarf des weltweit expandierenden Unternehmens zu stillen, obwohl sich Weidmüller stark in der Nachwuchsförderung engagiert, pro Jahr 45 Azubis neu ausbildet und engste Kontakte zu den Hochschulen pflegt. Die Fluktuationsrate liegt unter 1 Prozent, häufig gibt es Jubilarfeiern für 25 Jahre Firmenzugehörigkeit und länger. Und doch reicht es nicht: 140 offene Stellen sind derzeit zu besetzen, der Kampf um die Besten ist zäh.

Während man in Deutschland bei Ingenieuren von Vollbeschäftigung spricht, grassiert in Spanien mit 40 Prozent die Jugendarbeitslosigkeit und viele hochqualifizierte Absolventen der Ingenieurswissenschaften stehen ohne Job da. Über die Niederlassung in Barcelona hofft Dr. Jürgen Ober nun, etliche der vielen arbeitslosen Hochqualifizierten nach Ostwestfalen locken zu können. „Wir sind ein sympathisches Unternehmen, das den Mitarbeiter, seine Weiterbildung und sein Wohlergehen sehr ernst nimmt. Doch wir konkurrieren mit Großräumen wie München, Stuttgart oder Hamburg – und da haben wir hier einen Standort-Nachteil.“, gibt der Managing Director Human Resources des Detmolder Unternehmens unumwunden zu.

Aus diesem Grund arbeitet Weidmüller – wie viele Unternehmen der Region - seit Jahren mit viel Engagement und Einsatz daran, ein attraktiver Arbeitgeber zu werden und zu bleiben. Flexible Arbeitszeitmodelle für junge Familienväter und –mütter, die oft beide im Unternehmen beschäftigt sind, oder pflegende Angehörige? Geschenkt – rund 70 verschiedene davon inkl. Teilzeit kann man bei Weidmüller finden. Und betriebliches Gesundheitsmanagement und Unterstützung bei der Kinderbetreuung: dazu kooperiert Weidmüller mit Kindergärten und Familieninitiativen in der Umgebung. Das Besondere: Betreuungszeiten bis 19 Uhr, auch Samstags und im Notfall. Obers Bekenntnis „Wir haben an uns den Anspruch, die Bedürfnisse unserer Mitarbeiter zu erkennen“ wird hier am praktischen Beispiel deutlich – und zum Vorteil: In München oder Hamburg ist man als junge Familie froh, überhaupt einen Betreuungsplatz zu haben – und der schließt in der Regel um 17 Uhr.   

Es gilt das Prinzip „Aufstieg vor Einstieg“, das besagt dass die Belegschaft zuerst zum Zug kommt, wenn es um Beförderungen geht. Tatsächlich werden 75 Prozent der Führungspositionen aus dem eigenen Haus besetzt.  Karriere macht man bei Weidmüller, nicht durch Firmenwechsel, wie es anderswo so häufig vorkommt. Personalchef Jürgen Ober kann dann auch mit der Bemerkung der Reporterin nicht viel anfangen, es sei doch ein Standortvorteil für neu Zugezogene, nicht nur während der Probezeit die Wahl unter vielen ortsansässigen High-Tech-Firmen zu haben: „Wir rekrutieren nicht auf Verdacht sondern suchen sehr ernsthaft Menschen, die zu uns passen. Jobhopper sind nichts für uns.“

Personalentwicklung ist bei Weidmüller ein wichtiger Bestandteil der Unternehmenskultur. Ein Großteil des Bedarfs wird durch die Weidmüller Academie abgedeckt, die allein dafür schon 40 Leute beschäftigt. Für seine Personalentwicklung wurde das Unternehmen schon mehrfach beim Arbeitgeberwettbewerb „Top-Arbeitgeber für Ingenieure“ des CRF-Institute ausgezeichnet: So platzierte sich Weidmüller 2010 unter 26 Unternehmen auf Rang 5 und machte den 2. Platz in der Kategorie Entwicklungsmöglichkeiten. Bereits in den Jahren 2008 und 2009 erhielt Weidmüller das Gütesiegel für ausgezeichnete Personalarbeit. „Seit drei Jahren erreichen wir kontinuierlich die besten Platzierungen im Arbeitgeber-Ranking. Wir freuen uns, dass wir uns mit  Industrieunternehmen wie GE, MAN Ferrostaal, Deutsche Bahn oder B. Braun messen können und dabei immer wieder gute Platzierungen erreichen“, erklärt Kollegin Sabine Elting, Leiterin operatives Personalmanagement bei Weidmüller. Die Jury lobte insbesondere das Engagement des Unternehmens bei den Weiterbildungsmöglichkeiten, die strukturierte Karriereplanung und das Leistungsmanagement.

Jürgen Ober weiß, dass Weidmüller weiter in zufriedene und leistungsfähige Mitarbeiter investieren wird: „Denn der demographische Wandel ist bei uns bereits messbar angekommen, in Form von weniger Bewerbern.“ Noch ist dieser Rückgang für Weidmüller nicht kritisch, für die 45 neuen Azubi-Plätze bewerben sich jedes Jahr rund 1000 junge Leute. Und doch weiß Ober, das das so nicht bleiben wird: „Es kommen immer weniger junge Leute nach, bereits 2015 werden wir das schmerzhaft spüren.“ Die Kontakte zu Schulen und Hochschulen sind deshalb sehr eng, lebenslange Aus- und Weiterbildung ist für Weidmüller nicht nur ein Lippenbekenntnis. Internationale Karrieren werden gefördert, dafür gibt es zum Beispiel spezielle Trainee-Programme, interkulturelle und Sprachschulungen. Wie man dort reinkommt? „Die Eignung wird zusammen mit dem Vorgesetzten festgestellt. Für talentierte, eigenverantwortlich denkende und handelnde Leute ist immer Budget da.“, versichert Ober. „Wir machen möglich, was Sinn macht.“