Detakta Isolierstoffe für Elektronik, Elektrotechnik und Maschinenbau

Andreas Buchweitz, Detakta: »Mit der zunehmenden Spezialisierung auf der Kundenseite und der damit geringer werdenden Fertigungstiefe ist für uns in den letzten Jahren neben dem Verkauf der Vormaterialien das Geschäft mit fertigen Teilen und Komponenten immer wichtiger geworden.«
Andreas Buchweitz, Detakta: »Mit der zunehmenden Spezialisierung auf der Kundenseite und der damit geringer werdenden Fertigungstiefe ist für uns in den letzten Jahren neben dem Verkauf der Vormaterialien das Geschäft mit fertigen Teilen und Komponenten immer wichtiger geworden.«

Als Spezialist für Elektro-Isolierstoffe verkauft Detakta neben den entsprechenden Vormaterialien in zunehmendem Umfang auch montagefertige Teile, beispielsweise für LED-Beleuchtungen. Mit Wärmeleitfolien hat sich das Unternehmen ein erfolgreiches zweites Standbein geschaffen.

Das Geschäft mit Elektro-Isolierstoffen habe sich in den letzten Jahren verändert, stellt Andreas Buchweitz fest, Prokurist der Detakta Isolier- und Messtechnik in Norderstedt vor den Toren Hamburgs. »Bis vor fünf Jahren haben wir hauptsächlich Materialien geliefert, deren Bearbeitung die Kunden dann selbst übernommen haben«, schildert er den Wandel, »heute erfolgt die Konfektionierung der Produkte zunehmend bei uns, wir liefern inzwischen immer häufiger fertige Teile aus«.

Lag der Anteil der reinen Materialien bis zum Ende des letzten Jahrzehnts noch bei über 80 Prozent, ist er heute auf 50 Prozent gesunken, bei den anderen 50 Prozent Umsatzanteil handelt es sich um fertige Teile und Komponenten. Dieser Trend wird sich fortsetzen, ist sich Buchweitz sicher: »Ich gehe davon aus, dass wir in zwei, drei Jahren bei einem Anteil von 80 Prozent für fertigte Komponenten ankommen.« Einer der Treiber dieser dynamischen Entwicklung ist der Siegeszug der LED-Beleuchtung. »Wir hatten hier erst vor kurzem ein Projekt, bei dem ging es um eine Beleuchtungslösung im öffentlichen Bereich«, berichtet er, »aber auch im Bereich medizinischer Leuchten und der Leistungselektronik allgemein sind speziell auf diese Applikationen zugeschnittene Lösungen zur Wärmeableitung nötig«.

Rückblick

Begonnen hat die Geschichte der Detakta vor über 60 Jahren. Gegründet 1951 als Pfeifer & Co., bestand das Geschäft damals darin, Glimmer aus Indien zu importieren, der in Deutschland dann zu Schaugläsern unter anderem für die Montanindustrie verarbeitet wurde. Im Jahr 1963 erfolgte ein Eigentümerwechsel, seither leitet die Familie von Saenger die unternehmerischen Geschicke der Firma. Seit damals konzentriert sich die Detakta auf den Groß- und Außenhandel mit technisch hochwertigen Isoliermaterialien für elektrische Anwendungen.

Dass man dabei immer ein Auge für neueste technische Entwicklungen hatte, dokumentiert unter anderem die Tatsache, »das wir einer der Ersten waren, die Hochleistungskunststoffe aus den USA nach Deutschland importiert und hier bearbeitet haben«, berichtet Buchweitz. Überhaupt weist das Unternehmen seit seiner Gründung eine starke anglo-amerikanische Orientierung auf. Buchweitz führt das zu Beginn auf enge persönliche Beziehungen aus den Zeiten der britischen Besatzungszone zurück, »später verschob sich der Fokus unserer Zulieferer mehr und mehr in Richtung Vereinigte Staaten«.

Erfolg mit Wärmeleitfolien

Eine der wichtigsten Entscheidungen der vergangenen 20 Jahre war es aus Sicht von Buchweitz, sich rechtzeitig im Bereich der Wärmeleitfolien zu positionieren. »Durch unser frühzeitiges Engagement in diesem Bereich konnten wir uns speziell in den letzten zehn Jahren hier wirklich umsatztechnisch ein zweites Standbein aufbauen«, so der Prokurist, »und dieser Geschäftsbereich weist weiterhin das absolut höchste Wachstum auf.« Eine Entwicklung, die sich auch in einer steigenden Mitarbeiterzahl niederschlägt: Beschäftigte Detakta, das seine Waren über freie Handelsvertreter vertreibt, vor fünf Jahren in Norderstedt noch sieben Mitarbeiter, sind es inzwischen zwölf.

Wer nun beim Thema Wärmeleitfolie nur an Lösungen etwa für Leistungshalbleiter oder Ähnliches denkt, der springt zu kurz: Einer der jüngsten Anwendungsbereiche ist beispielsweise induktives Laden. »Diese Folien müssen nicht nur die entsprechenden elektrischen Fähigkeiten aufweisen, sie müssen auch die beim Ladevorgang entstehende Wärme abführen können«, erläutert Buchweitz, »hinzu kommt, dass sie starken mechanischen Belastungen ausgesetzt sind«.

Isolierstoffe für Elektronik, Elektrotechnik und Maschinenbau

Etwa 60 Prozent des Umsatzes, der zuletzt unter 5 Mio. Euro lag, setzt das Unternehmen mit klassischen Isolierstoffen um. Der wachsende Bereich der elektronikorientierten Lösungen liegt heute bereits bei 40 Prozent und wächst weiter. Zu den Kunden von Detakta zählen vor allem der Maschinenbau und Anwender aus den Bereichen Elektrotechnik und Elektronik. »Für diesen Kundenkreis haben wir uns über Jahrzehnte als kompetenter Partner etabliert«, erläutert Buchweitz.

Ergänzend zum eingangs erwähnten Wandel im Verhältnis zwischen Vormaterialien und fertigen Komponenten, hat sich über die letzten Jahre auch das Kundenspektrum verändert: »Wir stehen heute viel mehr im Kontakt mit Design- und Ingenieurbüros«, berichtet er. Für diesen Kundenkreis entwickelt Detakta dann Lösungen, die bis zur Vorserie oder dem Prototyp der Kundenlösungen reichen.

Den Großteil seines Umsatzes erzielt das Unternehmen dabei weiterhin auf dem deutschen Markt, gefolgt von Frankreich, Großbritannien und Österreich. In der Kundenliste des Norderstedter Unternehmens finden sich aber auch Adressen in Marokko, Tunesien und Pakistan. »Darin spiegeln sich häufig Produktionsverlagerungen wider«, weiß Buchweitz, »das gilt auch für an Europa angrenzende Länder«.

Geht es um technische Trends im Bereich Elektro-Isolierstoffe und Wärmeleitfolien, sieht der Detakta-Prokurist verschiedene Entwicklungen am Markt: »Es gibt sowohl einen Trend zu sehr dicken und sehr weichen Lösungen, aber auch ein wachsendes Interesse an entweder sehr dünnen oder sehr harten Lösungen.« Eines der interessantesten Materialien ist dabei in seinen Augen Silikon. »Dieses Material weist zum einen sehr gute elektrische Parameter auf, ist aber auch sehr beständig, das gilt auch in gewissem Umfang gegen Chemikalien, zudem lässt es sich je nach Anforderung ein einer harten oder weichen Ausformung realisieren«.