Der Nebel als Brücke Wie Dell IT und Operation Technology zusammenbringt

Christine Frank, Dell, im Gespräch mit Heinz Arnold, Markt&Technik
»Die durchgehende Vernetzung über alle Ebenen zu schaffen, 
ist ja kein Selbstzweck. Schlussendlich kommt es darauf an,
neue Geschäftsmodelle umzusetzen 
und in der neuen IIoT-Welt Geld zu verdienen.«
Christine Frank, Dell, im Gespräch mit Heinz Arnold, Markt&Technik »Die durchgehende Vernetzung über alle Ebenen zu schaffen, ist ja kein Selbstzweck. Schlussendlich kommt es darauf an,neue Geschäftsmodelle umzusetzen und in der neuen IIoT-Welt Geld zu verdienen.«

Die Brücke zwischen IT und OT zu schlagen, das hat sich Dell OEM Solutions vorgenommen. Wie Dell dabei konkret vorgeht, hat Christine Frank im Interview mit Markt&Technik erläutert.

IoT und Industrie 4.0, diese Schlagworte sind für Christine Frank, Director Industrial Strategic Partnership IoT Solutions von Dell, ein Anstoß zum ständigen Lernen. »Es kommt uns darauf an, die jeweils besten Systeme für die Anwender zusammenzustellen. Dazu müssen wir über ihre Bedürfnisse, beispielsweise ihre jeweiligen Produktionsumgebungen, sehr gut Bescheid wissen, wir müssen aber auch mit Partnern zusammenarbeiten – denn mit welchen Geräten welcher Hersteller die Anwender schlussendlich arbeiten, welche Protokolle und welche Datenanalyse-Tools sie verwenden, bleibt letztlich ihnen überlassen«, erklärt Christine Frank. Denn häufig nutzen große Firmen nicht nur ein Analyse-Tool eines einzigen Anbieters, sondern eine Kombination. »Der Kunde ist schlussendlich für sein System verantwortlich, und wir wollen ihm dabei nichts vorschreiben.« Deshalb hat Dell ein umfangreiches Partnerprogramm gestartet, in dem Firmen wie GE, SAP und Microsoft eingebunden sind.

Da trifft es sich gut, dass Dell mit seinen Systemen in Rechenzentren stark vertreten ist. »65 Prozent der Rechenzentren sind mit Produkten von Dell ausgestattet. Das ist auch eine gute Ausgangsposition für Partnerschaften im Bereich von IIoT.«

Gerade für IIoT ist es aber wichtig, nicht nur in den Rechenzentren vertreten zu sein, sondern mit Hardware in der Produktion selber. Auf der embedded world in Nürnberg hatte Dell in diesem Jahr bereits ein IIoT-Gateway für das industrielle Umfeld vorgestellt, das Sensordaten sammelt und mit seiner eigenen Rechenleistung Analysen vor Ort durchführen und damit die Latenzzeiten reduzieren kann. Nur so lassen sich die Real-Time-Anforderungen im IIoT erfüllen und vielfältige Aufgaben durchführen, vom Energiemanagement bis zur vorausschauenden Wartung und Augmented Reality. Und wichtig ist auch: In die Cloud wandern dann nur Daten, die dort auch wirklich hingehören. »Wir fungieren sozusagen als Spam-Filter für die Cloud«, sagt Christine Frank.

Und vor allem eines hält Frank für unabdingbar, die Offenheit: »Welche Protokolle der Kunde einsetzt, ist für uns nicht wichtig, wir bauen die Brücken zwischen den Protokollen. Außerdem können wir mit vielen verschiedenen Betriebssystemen und offenen Plattformen arbeiten. Das ist ein großer Unterschied zu manch anderen Anbietern.«

Was schlussendlich für den Anwender wichtig ist: Er will wissen, was in seiner Produktion vor sich geht. Er ist auf die Interoperabilität der Komponenten und Geräte in Echtzeit angewiesen, um beispielsweise vorausschauende Wartung durchführen zu können, auf die Dell einen Schwerpunkt legt. Und was in der Produktion vor sich geht, darin hat Christine Frank selber in ihrer Laufbahn schon umfangreiche Erfahrungen sammeln können, beispielsweise bei Sensorhersteller Sick und bei Siemens, bevor sie zu Dell OEM Solutions gestoßen ist. »Wir verfolgen einen sehr pragmatischen Ansatz, so lässt sich beispielsweise die vorausschauende Wartung über die existierenden PLCs legen.«

Damit will Dell auch die Brücke zwischen den Firmen schlagen, die Sensoren anbieten, und der Verarbeitung der Daten in der Cloud. »Wir sind einerseits sehr nah am Geschehen in der Produktion, was sehr wichtig für uns ist und was wir ausbauen werden. Zum anderen sind wir Experten in der Cloud.« Erst dadurch wird es möglich, die große Brücke zu schlagen, vom Sammeln der Daten bis hin zu den Diensten in der Cloud und damit der Betrachtung des Gesamtsystems. »Vom Systemaspekt aus betrachtet, bilden wir die Anforderungen – Datenanalyse und vor allem auch Datensicherheit – auf alle Elemente des Systems ab, angefangen mit den Sensoren. Damit schlagen wir auch die Brücke zwischen den bisher eher getrennten Welten von Automatisierung und IT«, sagt Frank. So lasse sich dann eine durchgehende auf die Bedürfnisse der jeweiligen Anwender zugeschnittene Vernetzung aufbauen. Damit alleine sei aber noch nichts gewonnen: »Die durchgehende Vernetzung über alle Ebenen zu schaffen, ist ja kein Selbstzweck. Schlussendlich kommt es darauf an, neue Geschäftsmodelle umzusetzen und in der neuen IIoT-Welt Geld zu verdienen.«