dacore gründet neues Tochterunternehmen Von den Laboren in die Industrie

Die dacore Datenbanksysteme AG hat sich auf Management-Systeme für technisch-physikalische Prüflabore spezialisiert. Jetzt hat das Unternehmen für Big Data Analytics in der Industrie und anderen Bereichen die Tochterfirma pragmatic minds gegründet.

Werner Fink, Vorstand von dacore, und Julian Feinauer, Geschäftsführer der pragmatic minds, erläutern die Hintergründe.

Markt&Technik: Welche Sektoren will pragmatic minds künftig bearbeiten?

Julian Feinauer: Wir bei pragmatic minds befassen uns mit der Analyse, Strukturierung, Aufbereitung, Visualisierung und Aufschlüsselung von Daten aller Art. Dabei setzen wir auf klassische Analytics-Werkzeuge, aber auch auf Tools und Methoden für Big Data. Wichtig sind dabei vor allem Daten aus Organisationsprozessen, die analysiert werden, um Verbesserungspotentiale zu erkennen oder Prozesse zu optimieren. Außerdem bieten wir Suchlösungen an, um in den diversen Datenquellen von Unternehmen zielsicher die richtigen Dokumente zu finden unabhängig von Formaten und Ablageorten. Unser drittes Arbeitsfeld ist die Organisation und Analyse von Messdaten. Weil es sich dabei üblicherweise um sehr große Datenmengen handelt, bieten wir Systeme an, die diese schnell durchsuchen und analysieren können.

Welche Strategien und Ziele verfolgt pragmatic minds?

Julian Feinauer: Unsere Kernaufgabe ist, die genannten Methoden und Verfahren im Mittelstand zu verankern. Wir wollen auch kleinen und mittelständischen Unternehmen die Chance eröffnen, diese hilfreichen Werkzeuge einzusetzen, nicht nur wie heute den Großunternehmen. Wir haben das Ziel, den Mittelstand bei der Transformation zur Industrie 4.0 zu begleiten – beratend, mit Schulungen, aber auch mit konkreten Lösungen.

Welche Strategien und Ziele verfolgt dacore mit der Gründung von pragmatic minds?

Werner Fink: Die dacore Datenbanksysteme AG hat sich in der Entwicklung individueller Management-Systeme für technisch-physikalische Prüflabore etabliert. Typische Themen sind dort, trotz geringer Planungssicherheit eine möglichst hohe Auslastung der Ressourcen zu erreichen sowie aus vielen unstrukturierten Informationen die richtigen und wichtigen Daten herauszufinden. Natürlich gehören auch die Bewertung, Analyse und Aufbereitung von Messdaten dazu. Wir sind uns sicher, dass solche Aufgaben große Bedeutung gewinnen werden und die Lösungen nicht nur zu Laboren passen, sondern auf viele Industriezweige übertragbar sind. Unsere Methoden, die Wahrscheinlichkeit geplanter Termine vorherzusagen, lassen sich gut auf ähnliche Themen in ganz anderen Bereichen anwenden. Weil wir im Markt sein langem als Spezialist für Prüflabore wahrgenommen werden, wollen wir diesen Schwerpunkt auch weiterhin behalten. Die pragmatic minds dagegen soll sich auf die oben genannten Tätigkeiten fokussieren, um sich dort ebenfalls mit einem sehr klar umrissenen Ziel zu etablieren. Die enge Zusammenarbeit beider Firmen ermöglicht es, Erfahrungen und Lösungen aus beiden Bereichen zusammenzuführen, ohne dass die Spezialisierung aufgegeben werden muss.

Wie werden die Produktions- und Predictive-Maintenance-Daten in der Industrie 4.0 erfasst und analysiert? Welche neuen Algorithmen und Methoden zum Handling großer Datenmengen gibt es bzw. sind nötig?

Werner Fink: Nach unserer Erfahrung ist momentan vor allem die Erfassung der Daten umgesetzt. Dabei werden viele Sensoren in der Produktionsstätte verteilt und die Messwerte zentral aufgenommen und gespeichert. Momentan werden diese Werte meist sehr einfach analysiert – ein Beispiel ist die Bildung von Mittelwerten. Es gibt jedoch spannende Methoden aus dem Bereich des maschinellen Lernens oder anderer Big-Data-Techniken, die es ermöglichen, all diese Daten miteinander zu verknüpfen und komplexe Analysen und Strukturerkennungen durchzuführen. Solche Methoden sind in den letzten Jahren viel leistungsfähiger geworden, ohne dass sie Eingang in den Unternehmensalltag gefunden haben. Daran arbeiten wir aktuell.