Interview mit Digi-Key-President Dave Doherty Vertrauen online aufzubauen, ist der Schlüssel

Dave Doherty, Digi-Key:  «Unser Geschäftsmodell ist von Designs und Innovation getrieben, und deshalb können wir den Stellenwert von Europa und Deutschland gar nicht hoch genug einschätzen. Aus diesem Grund haben wir vor zwei Jahren unser Büro in München gegründet, das jetzt über 40 Mitarbeiter beschäftigt und weiter expandiert.«
Dave Doherty, Digi-Key: «Unser Geschäftsmodell ist von Designs und Innovation getrieben, und deshalb können wir den Stellenwert von Europa und Deutschland gar nicht hoch genug einschätzen. Aus diesem Grund haben wir vor zwei Jahren unser Büro in München gegründet, das jetzt über 40 Mitarbeiter beschäftigt und weiter expandiert.«

Die Analyse großer Datenmengen bietet für das Online-Geschäft von Digi-Key noch riesiges Potenzial, wie Dave Doherty, seit 1. Juli President und COO des Unternehmens, im Interview mit Markt&Technik erklärt.

Außerdem sorge der wachsende Bedarf an High-Mix/Low-Volume-Produkten aus Märkten wie IoT, Industrie und Medizintechnik für weiteres Wachstumspotenzial.

 

Markt&Technik: Der Online-Auftritt ist eines der zentralen Elemente in der Strategie von Digi Key. Sehen Sie die Chance, mit typischen Internet-Unternehmen wie Google oder Amazon zum wechselseitigen Vorteil zusammenzuarbeiten, oder sehen Sie diese Firmen eher als Bedrohung an?

Dave Doherty: Um bei den Beispielen zu bleiben, Google und Amazon sind doch sehr unterschiedlich. Mit Google – und auch mit anderen Anbietern von Suchmaschinen – arbeiten wir jetzt schon sehr eng zusammen. Die meisten unserer Kunden kommen über Suchmaschinen zu uns, und deshalb ist die enge Zusammenarbeit in diesem Bereich für uns sehr wichtig, und für beide Seiten ist sie vorteilhalft. Was Amazon angeht, unterscheidet sich ihr Geschäft doch sehr stark von unserem. Wir haben in unserem Zentrallager eine Million Komponenten vorrätig und liefern jeden Tag 15.000 Bestellungen mit mittleren und kleineren Stückzahlen bis hinunter zur Stückzahl 1 aus. Ich bin mir nicht sicher, ob sich Amazon so etwas antun wollte.

Wie macht Digi-Key die eigene Website für die Kunden attraktiv?

Wir schauen uns ständig um, wie andere Firmen aus ganz anderen Branchen ihre Websites aufbauen. Wir lernen von anderen, und wir arbeiten selber kontinuierlich daran, den Kunden den Umgang mit unseren Websites zu vereinfachen und so angenehm wie möglich zu machen. Damit sind rund 100 Mitarbeiter ausschließlich befasst. Das ist ein großer Anteil und zeigt, wie wichtig wir dieses Thema nehmen.

Was ist das Besondere an den Websites von Digi-Key?

Wir sind vor 20 Jahren ins Internet eingestiegen – eine sehr wichtige und richtige Entscheidung. Damals haben wir mit der parametrischen Suche begonnen. Heute sehen wir uns als Aggregator von Informationen. Wir werten die Datenblätter der Produkte unserer mehr als 650 Vertragspartner aus. Wir bereiten sie so auf, dass sie suchfähig werden und auf die Suche optimiert sind, und wir normalisieren die Parameter, so dass sie vergleichbar werden. Das ist eine sehr komplexe Aufgabe, für die wir viele Ingenieure beschäftigen. Aber es ist essentiell wichtig, dass unsere Kunden schnell vergleichen können, was es auf dem Markt gibt und was für ihre aktuellen Designs geeignet ist.

Dabei muss Digi-Key zwei Zielgruppen bedienen: die Ingenieure, die an technischen Parametern interessiert sind, und die Einkäufer. Geht beides parallel?

Wir haben tatsächlich schon überlegt, ob es sinnvoll wäre, zwei getrennte Websites für diese Gruppen anzulegen, das aber dann wieder verworfen. Denn es gibt zwischen beiden Gruppen doch eine große Überschneidung. Sie getrennt anzusprechen, wäre nicht sinnvoll. Deshalb haben wir die Website so angelegt, dass beide Gruppen gut mit ihr zurechtkommen können.

Kommen jetzt praktisch alle Bestellungen über Internet bei Digi-Key an?

Außerhalb der USA beträgt die Quote 95 Prozent. Innerhalb der USA liegt sie bei 80 Prozent, dort gibt es immer noch relativ viele Kunden, die per Telefon bestellen – und, ob Sie es glauben oder nicht, uns erreichen auch immer noch Faxe.

 

Außerhalb der USA beträgt die Quote 95 Prozent. Innerhalb der USA liegt sie bei 80 Prozent, dort gibt es immer noch relativ viele Kunden, die per Telefon bestellen – und, ob Sie es glauben oder nicht, uns erreichen auch immer noch Faxe.