SSV Software Systems / Welotec Software-Plattform für das IoT

Klaus-Dieter Walter, SSV Software Systems: »'SARA Connect‘ orientiert sich vollständig am Architekturmodell des IoT.«
Klaus-Dieter Walter, SSV Software Systems: »'SARA Connect‘ orientiert sich vollständig am Architekturmodell des IoT.«

Das Internet of Things (IoT), auf dem Industrie 4.0 beruhen soll, erfordert Software-Lösungen, die alle beteiligten Elemente zu einem Ganzen verbinden. »SARA Connect«, eine neue, universelle IoT-Plattform von Welotec und SSV Software Systems, soll dies ermöglichen.

»SARA Connect« (Sensor-Actor-Remote-Access) ist eine Software, die Daten aller Sensoren, Aktoren, Steuerungen, Antriebe und anderer vernetzbarer Subsysteme übergeordnet sammelt, speichert und austauscht. Mit Hilfe entsprechender Software-Schnittstellen können die vernetzten Komponenten in Echtzeit miteinander kommunizieren; entsprechende APIs (Application Programming Interfaces) unterstützen den Zugriff mittels Smartphone, Datenbrillen oder Enterprise-IT-Lösungen. Aber wie funktioniert die Software konkret, und welche Aufgaben erfüllt sie im IoT?

In puncto Schnittstellen bedient sich »SARA Connect« hauptsächlich etablierter Internet-Standards. »Genaugenommen gibt es zwei Schnittstellen-Gruppen: Das sogenannte Native API (NAPI) und das Connector API (CAPI)«, erläutert Klaus-Dieter Walter, Geschäftsführer von SSV Software Systems. »Die NAPI-Schnittstellen beruhen auf etablierten und zig-millionenfach eingesetzten Internet-Standards.« Zum Einsatz kommen REST (Representational State Transfer), HTML5-konforme WebSockets und das Publish-Subscribe-Message-Protokoll MQTT (Message Queue Telemetry Transport). Der Datenaustausch erfolgt auf JSON-Basis (JavaScript Object Notation). »Bei der NAPI-Entwicklung haben wir uns am Stand der Technik im IoT orientiert«, führt Walter aus.

Das CAPI richtet sich an Systeme und Komponenten, die nicht direkt in das IoT eingebunden werden können, weil sie REST, MQTT oder HTML5 nicht unterstützen. »Über das CAPI lassen sich gerätespezifische Erweiterungen als Plugins erstellen und dadurch 'Legacy Devices‘ integrieren«, ergänzt Walter. »Damit wollen wir in erster Linie die im Einsatz befindlichen MSR-Baugruppen einbinden.«

Mit internationalen Schnittstellen-Standards wie OPC UA oder MTConnect ist »SARA Connect« laut Walter nicht vergleichbar: »Im Gegensatz zu diesen Speziallösungen für die Automatisierungstechnik orientiert sich 'SARA Connect‘ vollständig am Architekturmodell des IoT«, sagt er. »Dafür bietet 'SARA Connect‘ zwei wichtige Kernfunktionen: erstens virtuelle Repräsentanzen für beliebige physische Objekte, zum Beispiel für Sensoren, Aktoren und Steuerungen, sowie zweitens die erforderlichen Service-Schnittstellen für den Zugriff auf die Daten dieser virtuellen Repräsentanzen.«

So gesehen, ist »SARA Connect« herstellerunabhängig: »'SARA Connect‘ kann sogar Produkte unterschiedlicher Hersteller, die aus völlig unterschiedlichen Welten kommen, datentechnisch miteinander verbinden«, betont Dr. Reinhard Lülff, Geschäftsführer von Welotec. »Ein Beispiel wäre eine verteilte Anwendung in der Prozesstechnik mit Steuerungen konkurrierender Hersteller, von denen einige Step 7 und andere Codesys 'sprechen‘. 'SARA Connect‘ arbeitet dann als Feld- bzw. Prozess-Datenbroker, indem die Steuerungen über ein einheitliches und ausschließlich am Prozess orientiertes JSON-Datenmodell miteinander gekoppelt werden.« Letztlich bringe »SARA Connect« einen der wichtigsten Gedanken des IoT in die Welt der Automatisierungs- bzw. MSR-Technik: die virtuelle Repräsentanz physischer Objekte.

Im Rahmen der Software-Kooperation zwischen den beiden Unternehmen wird Welotec Marketing und Vertrieb übernehmen; SSV Software Systems wird sich um Technik und Entwicklung kümmern. Beide Firmen wollen durch ihre breite Kunden- und Anwendungsbasis darüber hinaus umfangreiches Produktmanagement-Know-how einbringen.

SPS IPC Drives:
SSV: Halle 10.0, Stand 301
Welotec: Halle 9, Stand 121