Relais-Markt Schwacher Euro lässt die Relais-Preise teilweise deutlich steigen

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Angesichts des starken Kursverfalls des Euro gegenüber dem Dollar um 20 Cent ließen sich Preissteigerungen laut Zettler-Geschäftsführer Stefan Schlosser »nicht in jedem Fall vermeiden, konnten aber teilweise durch Währungsmanagement im Rahmen gehalten werden«, aber nicht überall.

Zu einer von manchen Kunden befürchteten »flächendeckenden Erhöhung« der Relaispreise sei es jedenfalls nicht gekommen. »Vielmehr sind wir den Erwartungen unserer Kunden, die bei einem deutschen/europäischen Brand von einer gewissen Preiskontinuität ausgehen können, gerecht geworden«, betont Schlosser, Geschäftsführer von Zettler electronics. Prinzipiell sei es aber bei anhaltendem oder gar steigendem Preis- und Margendruck nicht völlig auszuschließen, dass man als Hersteller reagieren und die Preise der Kursentwicklung anpassen müsse. »Auch wenn die Entwicklung der Rohstoff- und Transportkosten der Euroschwäche leicht entgegenwirken konnte, reichte dies jedoch nicht aus, um die Währungsänderung völlig zu kompensieren; diese ist momentan das Hauptthema.«

Die Preiserhöhungen haben sich bei Zettler jedenfalls nicht nachteilig bemerkbar gemacht: »Die Auftragslage hat sich im Vergleich zum Vorjahr hervorragend entwickelt, es wurden erneut deutliche Steigerungen im 2-stelligen Prozentbereich realisiert«, freut sich Schlosser. Gerade bei den Fokusprodukten wie Relais für Photovoltaik habe sich dieser Trend noch verstärkt, die Prognosen für die nächsten 6 Monate stimmten hier »weiterhin optimistisch«. Regionale Durchhänger oder gar Rückgänge habe man nicht verzeichnet, »erwartungsgemäß« sei das Wachstum in Zentral-Europa – also D/A/CH und Skandinavien - am stärksten. Südeuropa entwickele sich gut, bleibe aber hinter den Entwicklungen von Zentral-Europa zurück. Ebenfalls erfreulich positiv lege das Osteuropageschäft zu trotz der »deutlich negativen« Auswirkungen duch die Russland/Ukraine-Krise.

Der seit mehr als acht Monaten konstant schwache Euro hat dazu geführt, dass wir die Relaispreise anheben mussten«, konstatiert Dr. Christian Veit, Director Strategic Business Development&Marketing Europe und Senior Consultant Hongfa Xiamen. Nutzen konnte der chinesische Relaishersteller aber die gesunkenen Rohstoffpreise für Kupfer und Silber, »um den Einfluss der Währung zu mildern«. Letztlich hätten die Kunden für die Preiserhöhung zwar durchaus Verständnis gezeigt, waren »aber darüber natürlich nicht erfreut«. Dennoch war das erste Halbjahr 2015 für Hongfa in Europa »sehr erfolgreich und hat unsere Erwartungen übertroffen«: Das Wachstum lag im zweistelligen Prozentbereich und damit über dem Marktwachstum. Auch für die zweite Jahreshälfte rechnet Veit mit der Fortsetzung dieser Entwicklung.

Überproportionales Wachstum verzeichnete man in den Bereichen Automotive und Industrie. Im Kfz-Segment punktete Hongfa mit den klassischen Plug-In- und PCB-Relais sowie mit der Serie HFE18V/HFE80 für E/Hybrid-Cars und Tanksäulen. Umsatzbringer im Industriesegment waren die drei Powerrelais HF41F (6 A), HF118FK (8 A) und HF115FK (12/16 A). Mittelfristig erwartet Veit von Märkten wie E-Mobility, intelligente Gebäude und Industrie-Automation (Stichwort: Industrie 4.0) ein überduchschnittliches Wachstum. Noch immer nicht so richtig vom Fleck komme in Deutschland der Smartmeter-Markt, der aber durch andere Märkte in Europa »wettgemacht« werde.

Regional ist zwar wie bereits in den letzten Jahren Asien zusammen mit China nach wie vor der stärkste Umsatzbringer für die Hongfa-Gruppe, »aber die Bedeutung von Hongfa Europe im Konzern wächst von Jahr zu Jahr«, versichert Veit. Dafür sorgt zum einen der starke Umsatzzuwachs, fast noch wichtiger aber ist zum andern der Aspekt, dass dank intensiver Gespräche der Anwendungsberater mit den Kunden die europäische Niederlassung mittlerweile quasi als »Triebfeder von Innvationen« für den Mutterkonzern fungiert.

Sofern in Euro fakturiert wird, »hat der schwache Euro zu einer Preiserhöhung geführt«, sagt Karin Braun, Geschäftsführerin bei Song Chuan. Und falls bei Kunden teilweise auf den Dollar umgestellt wurde, habe das ebenfalls eine Preiserhöhung bedeutet. Selbst wenn sich der Wechselkurs des Euro gegenüber dem Dollar wieder verbessern würde, müsse das nicht zwangsläufig zu wieder niedrigeren Preisen führen, denn »in China steigen weiterhin die Löhne, so dass diese Erhöhungen zunächst kompensiert werden müssen«.