Industrie-4.0-Pionier Professor Zühlke geht in den Ruhestand

Die Festredner der Übergabefeier von Prof. Zühlke und Prof. Ruskowski (v. l. n. r.): Prof. Dr. Martin Ruskowski; Prof. Dr. Andreas Dengel, Forschungsbereichsleiter DFKI; Prof. Dr. Helmut Schmidt, Präsident TU Kaiserslautern; Malu Dreyer, Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz; Prof. Dr. Detlef Zühlke; Prof. Dr. Wolfgang Wahlster, Vorsitzender Geschäftsführung DFKI; Prof. Dr. Udo Ungeheuer, VDI Präsident; Dr. Rainer Dulger, Präsident Gesamtmetall

Prof. Dr. Detlef Zühlke verabschiedet sich von seinen Ämtern am DFKI und der TU Kaiserslautern in den Ruhestand.

Der Initiative SmartFactory KL e.V. bleibt er noch bis 2019 erhalten.

Seine Aufgaben als Inhaber des Lehrstuhls für Produktionsautomatisierung an der TU Kaiserslautern sowie als Leiter des Forschungsbereichs Innovative Fabriksysteme am DFKI übernimmt Nachfolger Prof. Dr. Martin Ruskowski.

Er ist offiziell bereits seit 1. Juni im Amt. Anfang September folgte nun die feierliche Übergabe mit rund 150 geladene Gäste und Weggefährten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft.
„26 Jahre lang hat Professor Zühlke nicht nur den Mega-Trend Digitalisierung maßgeblich mitgestaltet, sondern auch die Technologie-Region Kaiserslautern und damit den Wirtschaftsstandort Rheinland-Pfalz vorangebracht“, erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Der Begriff Industrie 4.0 sei untrennbar mit Professor Zühlke verbunden. Dafür gebühre ihm höchste Anerkennung, so die Ministerpräsidentin.

Prof. Dr. Helmut J. Schmidt, Präsident der TU Kaiserslautern, würdigte Zühlke als einen „Kollegen, der sich in vielfacher Hinsicht um die Forschung nicht nur an der TU Kaiserslautern, sondern auch am DFKI und damit um den Wissenschaftsstandort Kaiserslautern in besonderer Weise verdient gemacht hat.“

Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Wolfgang Wahlster, Vorsitzender der Geschäftsführung des DFKI, betonte, dass „die Arbeit des Kollegen Zühlke am DFKI-Forschungsbereich Innovative Fabriksysteme nicht nur das Internet der Dinge in die Fabrik gebracht hat und die weltweit erste Smart Factory aufgebaut hat, sondern immer den Menschen in den Mittelpunkt gestellt hat mit seinen wichtigen Beiträgen zu Mensch-Maschine-Interaktion.“ VDI-Präsident Prof. Dr. Udo Ungeheuer lobte die langjährige ehrenamtliche Mitarbeit Zühlkes im VDI sowie sein Engagement rund um das Ingenieurswesen auf nationaler und internationaler Ebene.

Am Nachmittag fand bereits ein wissenschaftliches Kolloquium zum Thema „Intelligente Fabrik der Zukunft“ statt. Redner aus Wirtschaft und Forschung beleuchteten den Fortschritt der Automatisierung, die Rolle der Künstlichen Intelligenz in der Fabrik der Zukunft sowie die Herausforderungen für den Mitarbeiter der Zukunft. Detlef Zühlke stellte in seinem Vortrag die Notwendigkeit von Interdisziplinarität für Fortschritt dar und warb erneut für eine bessere Vernetzung von Studiengängen, Fachbereichen und die übergreifenden Zusammenarbeit in Netzwerken.

Zum Hintergrund:
Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Zühlke studierte Elektrotechnik und technische Informatik an der RWTH Aachen, arbeitete von 1976 bis 1985 am Werkzeugmaschinenlabor der RWTH und promovierte dort 1983. 1985 wechselte er zu Lufthansa, wo er u.a. als Hauptabteilungsleiter für die Flugzeugwartung zuständig war. Von 1991 bis 31. März 2017 war Zühlke Inhaber des Lehrstuhls für Produktionsautomatisierung an der Technischen Universität Kaiserslautern. Von 2009 bis zum 31. Mai 2017 leitete er zudem den Forschungsbereich Innovative Fabriksysteme am DFKI. Als Vorstandsvorsitzender der Technologie-Initiative SmartFactory KL e.V. bleibt Zühlke bis 2019 erhalten. Er wurde zuletzt auf der Mitgliederversammlung im Mai 2017 für zwei Jahre im Amt bestätigt. Er hat diese Position seit der Gründung der Initiative 2005 inne.

Prof. Dr.-Ing. Martin Ruskowski trat am 1. Juni 2017 am neubenannten Lehrstuhl für Werkzeugmaschinen und Steuerungen (WSKL) der TU Kaiserslautern eine Professur im Fachbereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik an. Seine Forschungsschwerpunkte an TU und DFKI sind Industrieroboter als Werkzeugmaschinen, Künstliche Intelligenz in der Automatisierungstechnik sowie neuartige Steuerungskonzepte für die Automatisierung. Er Ingenieur hat Elektrotechnik an der Leibniz-Universität Hannover studiert und dort im Maschinenbau promoviert. Nach mehreren Führungspositionen in der Industrie verantwortete er bis zu seinem Wechsel nach Kaiserslautern in der KUKA Industries Group den globalen Bereich Research and Development.