2. Markt&Technik Summit Industrie 4.0 Nichts unterscheidet Industrie 4.0 und IoT!

Markt&Technik Forum
Heiße Diskussionen wie hier bei der Panel-Runde auf dem 2.Markt&Technik Summit Industrie 4.0.

Dass das Internet-of-Things auch vor Maschinen und Fabriken nicht Halt macht, wurde einmal mehr auf dem 2. Markt& Technik Industrie 4.0 Summit klar. Vernetzung und Big Data sorgten für viel Gesprächsstoff und überraschende Erkenntnisse.

Alles ist künftig mit allem vernetzt und trifft sich im Cyberspace des Internet der Dinge und Dienste. Laut Analysen von Gartner sollen bis 2020 bereits 30 Mrd. Geräte online sein, die Maschinen in den smarten Fabriken noch gar nicht mitgerechnet.

»Industrie 4.0 ist letztendlich die Umsetzung des Internets der Dinge in industriellen Produktionsumgebungen. Daher werden alle relevanten IoT-Schnittstellen in Zukunft auch in der Automatisierung benötigt«, sagt Klaus-Dieter Walter, Geschäftsführer von SSV Software Systems. Auch andere Referenten auf dem Markt&Technik Summit sind überzeugt: Industrie 4.0 ist ein Multi-Player-Game, während heutige Geschäftsmodelle primär einer monoorganisationellen Logik folgen. Der interdisziplinäre Austausch besonders zwischen IT, Automatisierung und Produktion sollte bei der Umsetzung von Industrie 4.0 also eine Schlüsselrolle spielen, denn »die neuartige Form der Vernetzung erfordert eine nie dagewesene Integration der Systeme über Domänen- und Hierarchiegrenzen hinweg«, so Filiz Elmas vom Deutschen Institut für Normung. Eben diese Integration fordert aber auch die Konvergenz zwischen Automatisierung und IT. Und das dürfte aufgrund der »kulturellen Unterschiede« beider Domänen wohl eine der größten Herausforderungen der Industrie 4.0 in Deutschland sein, darin sind sich viele Referenten und Teilnehmer auf dem Summit weitgehend einig.   

Für die Umsetzung der Industrie-4.0-Ideen und -Konzepte werden nach Aussage von Walter auch in der Feld- und Prozessebene neue Schnittstellen gebraucht, die in den gegenwärtigen Automatisierungsanwendungen noch nicht existieren: Zum einen erfordert eine horizontale Datenintegration entlang einer Wertschöpfungskette, dass Automatisierungsbausteine mehr oder weniger nahtlos mit verteilten IT-Komponenten kommunizieren. Zum anderen werden innerhalb der Automatisierungslandschaften mobile Applikationen wie Smartphones, Tablets und Datenbrillen wie zum Beispiel Google Glass eine immer stärkere Rolle spielen. »Um die dadurch entstehenden Anforderungen zu erfüllen, wird es nicht reichen, bestehende Produktkonzepte lediglich um OPC UA zu erweitern«, ist Walter überzeugt und geht mit dieser Meinung deutlich weiter als viele seiner Mit-Referenten auf dem 2. Markt&Technik Industrie 4.0 Summit. 

Um das Teilziel eines umfassenden Informationsmodells zu erreichen, wird eigentlich eine vollständig durchgängige Vernetzung ohne Medienbrüche innerhalb der Feld- und Prozessebene benötigt. Walter: »Es reicht definitiv nicht aus, nur die Steuerungen in ein solches Modell einzubinden. Jeder Sensor und Aktor, jede Steuerung, aber auch alle Infrastrukturkomponenten brauchen eine Schnittstelle zum Informationsmodell. Jede Einzelkomponente sollte auch individuell adressierbar sein, zum Beispiel über eine IPv6-Adresse. Durch die Segmentierung in PAN, LAN und WAN gibt es in den IoT-Konzepten der IT-Entwickler bereits durchgängige Vernetzungslösungen mit minimalen Medien-brüchen. Und eben die ließen sich auch in Automatisierungsumgebungen nutzen. 

  

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Industrie 4.0 Summit

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