Nexans, ffly4u und Enedis Neue Geschäftsmodelle – mit Kabeltrommeln?

Kabeltrommeln sind dumm, werden aber über Sensoren und Vernetzung mit der Cloud zu Basiselementen für neue Geschäftsmodelle
Kabeltrommeln sind dumm, werden aber über Sensoren und Vernetzung mit der Cloud zu Basiselementen für neue Geschäftsmodelle

Hölzerne Kabeltrommeln gelten nicht als sexy – das werden sie aber mit IoT und neuen Geschäftsmodellen.

Inzwischen dürfte es sich herumgesprochen haben, dass sich mit Hilfe von vernetzten Gütern und Maschinen Geld sparen lässt und die Produktivität steigern, aber der Kern von IoT besteht darin, auf Basis der Vernetzung neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.  

Genau das haben Nexans, ffly4u und Enedis in einem gemeinsamen Projekt getan: »Das ist ein sehr schönes Beispiel dafür, wie wir uns von einem Hersteller und Lieferant von Kabeln hin zu einer Firma entwickeln können, die einen kompletten Management-Service anbietet«, sagt Olivier Pinto, Systems und Service Director Europe von Nexans.  

Als Ausgangspunkt haben sich die Partner ein sehr schlichtes Objekt ausgesucht: Kabeltrommeln. Sie  sind dumm, sie gehen verloren, werden gestohlen oder sie gehen schlicht kaputt.

Doch eigentlich sollen sie aber dem Transport von Kabeln dienen: Die Kabel werden nach ihrer Fertigstellung auf die Trommeln gebracht, um sie an ihrem Bestimmungsort abrollen zu können. Sobald sie leer sind, sollten sie wieder zur Kabelfabrik zurückwandern, um neue Kabel aufzunehmen.

Das ist teuer: Ein Netzbetreiber wie Enedis in Frankreich gibt im Jahr mehrere Millionen Euro aus, nur um Kabeltrommeln zu leihen. Ein Hersteller von Kabeln wie Nexans muss ständig leere Kabeltrommeln einsammeln und Verluste durch neue Trommeln ersetzen, was kräftig zu Buche schlägt.  

Da liegt die Idee nahe, über ein konkretes IoT-Projekt zunächst viel Geld einzusparen. Deshalb tat sich der Kabelhersteller Nexans mit dem IoT-Spezialisten ffly4u zusammen, um ein solches Programm in Kooperation mit Enedis zu starten, die über eine Flotte von 40.000 Kabeltrommeln wacht.

Ffly4u fokussiert sich auf drahtlose Sensornetzwerke, auf die Kommunikation und auf die Management-Infrastruktur, um die Basis für ein solches IoT-System zu legen. Zusammen mit Nexans entwickelte ffly4u einen batteriebetriebenen Sensor, der an einer jeden hölzernen Kabeltrommel angebracht ist. Die Trommeln haben Durchmesser von mindestens 2 m und transportieren Mittelspannungskabel, die für die Infrastruktur von Enedis gedacht sind.