Industrie 4.0 braucht horizontale Integration MES – aber richtig!

BDE und Qualität in einem System – integrierte Sichtprüfung mit Hydra

Der Bedarf moderner Fertigungs-IT wie Manufacturing Execution Systeme (MES) für Industrie 4.0 zeichnet sich immer deutlicher ab – auch und insbesondere in der Elektronikfertigung.

 Welche Funktionen und Eigenschaften ein MES-System mitbringen muss, erklärt unter anderem die VDI-Richtlinie 5600. Aber wie relevant ist das für Industrie 4.0?

Das Zukunftskonzept MES 4.0 bringt Licht ins Dunkel. Eine allgemeine Handlungsempfehlung für die Vorbereitung auf Industrie 4.0 könnte lauten: »Führen Sie ein MES ein!« Aber welches? Welche Eigenschaften und Funktionen muss ein MES mitbringen, um als zentrale Informations- und Datendrehscheibe fungieren zu können? Was laut VDI-Richtlinie 5600 für MES-System gilt, ist auch für Industrie 4.0 von großer Bedeutung: Ohne horizontale Integration geht es nicht! Daraus folgt, dass MES-Systeme schon heute eine wesentliche Rolle bei der praktischen Umsetzung von Industrie 4.0 einnehmen. Die in der VDI-Richtlinie 5600 definierte horizontale Integration findet sich auch im „VDI-Haus der Industrie 4.0“ wieder.

Status Quo

Aktuelle MES-Marktübersichten zeigen, dass der Markt zwar sehr breit aufgestellt ist, aber nur sehr wenige Systeme alle Anforderungen der VDI 5600 auch wirklich erfüllen. Während die Onlinefähigkeit weitestgehend umgesetzt wird, machen viele Systeme sowohl bei der Funktionsbreite als auch bei der horizontalen Integration deutliche Abstriche. Viele Anbieter decken nur einen Teil der geforderten MES-Aufgaben ab und müssen andere Funktionen durch Partner-Angebote ergänzen. Dass immer mehr Anbieter ihr eigenes Funktionsportfolio erweitern, belegt die Relevanz der VDI 5600. Die in der horizontalen Integration geforderte Vermeidung von internen Schnittstellen wird damit aber meist nicht erfüllt. Dass die horizontale Integration bei voller Funktionsbreite möglich ist und wie das aussehen kann, zeigt beispielsweise das MES HYDRA von MPDV.

Alles aus einer Hand: Horizontale Integration

Das Zukunftskonzept MES 4.0 versteht unter „horizontalen Integration“ die Verknüpfung aller Funktionen und Daten sowohl über die Wertschöpfungsketten hinweg als auch über alle Aufgaben eines MES. Wesentliche Merkmale der horizontalen Integration sind der Verzicht auf interne Schnittstellen sowie der modulare Aufbau eines Gesamtsystems aus einer Hand.

Zwar ist das Angebot von MES-Systemen recht vielfältig, ein breites Funktionsportfolio und eine vollständige horizontale Integration bieten jedoch nur sehr wenige Systeme – Hydra von MPDV ist eines davon. In der Praxis zeigt sich dies beispielsweise in der Form, dass sowohl Auftragsmeldungen (BDE) als auch Qualitätsprüfungen (CAQ) auf dem gleichen Erfassungsterminal im Shopfloor erfolgen. Idealerweise werden beide Funktionen auch in vergleichbaren Dialogen dargestellt, was es dem Werker leichter macht, da er nur ein Funktionsprinzip lernen und verstehen muss. Zudem erspart er sich den Weg zu einem anderen, speziellen Prüfplatz.

Die horizontale Integration ist auch eine Voraussetzung für den modularen Aufbau einer MES-Lösung. Dies wiederum erleichtert eine sukzessive Einführung des Systems, was gerade bei mittelständischen Unternehmen von großer Bedeutung ist. Zudem kann jeder Anwender selbst entscheiden, welche Funktionen für seinen Anwendungsfall relevant sind, und die Auswahl so an seinen konkreten Bedürfnissen ausrichten. Eine spätere Erweiterung ist jederzeit möglich. Ganz egal, welche Fertigungsverfahren mit dem MES abgebildet werden sollen bzw. in welchen Ländern und Kulturen das System betrieben wird: Eine modulare, horizontal integrierte MES-Lösung erfüllt die gestellten Anforderungen. Aktuell verfügen nur sehr wenige MES-Systeme wie beispielsweise HYDRA von MPDV über die geforderte Funktionsbreite und die dafür notwendige horizontale Integration. Trotzdem werben viele Anwender mit der „Industrie 4.0-Tauglichkeit“ ihrer Produkte. Für eine langfristige Einsetzbarkeit ist die horizontale Integration jedoch essentiell.