Sierra Wireless »Kill Complexity!«

Jason Cohenour, CEO von Sierra Wireless, will den Feind aller IoT-Projekte, die Komplexität, ausschalten
Jason Cohenour, CEO von Sierra Wireless, will den Feind aller IoT-Projekte, die Komplexität, ausschalten

LPWAN, NFV und Open Source – diese „Revolutionen“ werden laut Sierra Wireless die IoT-Welt prägen. Wie die Anwender der damit verbundenen Komplexität Herr werden können, zeigte das Unternehmen auf dem „Innovation Summit“.

»Wir sehen es ja jeden Tag: überall entstehen neue und erfolgreiche Umsetzung von IoT in Geschäftsmodellen, von der vorausschauenden Wartung bis zu Farmern, die sich mit ihrem Vieh vernetzen«, sagte Jason Cohenour, CEO von Sierra Wireless auf den Innovation Summit des Unternehmens in Paris.

Allerdings machen nicht alle Firmen mit IoT du IIoT (Industrial IoT, auch als Industrie 4.0 bekannt) gute Erfahrungen. Vor allem neigen die potenziellen Anwender dazu, die Zeit zu unterschätzen, die von Beginn einer IIoT-Entwicklung bis zum Return of Investment (ROI) vergeht: 55 Prozent von über 2.000 befragten IoT-Experten erwarten den ROI schon nach zwei Jahren. Dabei scheitern acht von zehn IoT-Projekten noch in der Anfangsphase.

Sierra Wireless hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, die Komplexität für den Anwender zu reduzieren, das Komplexe soll für ihn einfach werden. »Kill the enemy, kill complexity«, lautet deshalb die Parole, die Jason Cohenour ausgibt.

Drei Revolutionen: LPWAN, NFV und Open Source

Philippe Guillemette, CTO von Sierra Wireless, sprach gleich von drei Revolutionen:  »Low Power Wide Area Networks Dies stellen die Revolution dar, auf die wir seit Jahren gewartet haben, den LPWANs kommt eine so hohe Bedeutung zu,  wie der Einführung der Mobiltelefone vor 20 Jahren!« Viele Telefongesellschaften weltweit legen jetzt los, um auf Basis von NB-IoT, LTE M (CAT M1 oder M2) und EC-GSM-IoT zusätzliche Services weltweit auszurollen.

Parallel dazu findet eine zweite Revolution auf der technischen Ebene statt: Network Functions Virtualisation (NFV). »Die Art und Weise wie wir Netzwerke aufbauen und installieren, wird sich grundlegend ändern. Es ist zwar zu früh, um schon Details dazu sagen zu können, aber die NFV wird die Spielregeln grundlegend ändern«, ist  Philippe Guillemette überzeugt.

Why Complexity is Eating Software

Doch auch auf der operativen Ebene – hier findet die konkrete Übertragung der Daten von den Sensoren in die Cloud statt – tut sich einiges, auch hier spricht er von einer Revolution: Open Source. Hatte Marc Andreessen 2011 in einem aufsehen erregendem Artikel im Wall Street Journal erklärt hat, „Why Software is Eating the World“, so aktualisiert Guillemette diese Erkenntnis zu „Why Complexity is Eating Software“. Denn niemand, der vor der Aufgabe steht, eine neue IoT-Anwendung zu entwickeln, fängt heute an, die Software von Grund auf neu zu entwickeln. Vielmehr schaut er, welche Open-Source-Software es gibt und welche APIs, auf deren Grundlage er dann sein eigenes System möglichst schnell aufbauen kann.