Kunst statt Software entwickeln IT, Algorithmen – Kunst!

Die Skulptur »Space 2« des Künstlers Marc Gumpinger in der Galerie HG Contemporary in New York.
Die Skulptur »Space 2« des Künstlers Marc Gumpinger in der Galerie HG Contemporary in New York.

Der Softwareentwickler Marc Gumpinger lotet mit seinen Werken die Grenzen der Technologie am Kunstmarkt aus.

Er war CEO von Scoreloop und Senior Director bei Research In Motions und davor Associate beim Venture-Capital-Unternehmen Target Partners. Er hat  Software entwickelt, Algorithmen geschrieben und Serversysteme gebaut. Jetzt malt  Marc Gumpinger Bilder und stellt in der Galerie HG Contemporary Galerie im New Yorker Kunstbezirk Chelsea aus.

»Software zu schreiben ist wie Kunst zu machen. Da passiert etwas ganz Ähnliches, zumindest bei mir im Kopf. Deshalb war der Weg gar nicht so weit«, mit diesen Worten beschreibt Gumpinger der Deutschen Presse-Agentur seinen ungewöhnlichen Karrieresprung von der Informationstechnologie in die Kunstwelt.

Aber ist es noch Kunst, wenn ein Computer wesentliche Arbeitsschritte eines frei schaffenden Künstlers selbst übernimmt? Ist der Rechner ein Hilfsmittel wie Pinsel und Kamera oder greift das Gerät mit komplexen Berechnungen zu sehr in das ein, was ein Mensch in seiner eigenen Kreativität zu leisten vermag?

»Der größte Aufwand liegt bei mir«, antwortet Gumpinger. Für seine Gemälde erzeugt er mit Software, wie sie auch 3D-Künstler für Hollywood-Filme einsetzen, fertige Motive. Diese berechnet der Computer zu Bildern, die Gumpinger wiederum in Öl abmalt. Die Berechnungen des Computers nennt Gumpinger einen »dummen, aber sehr anspruchsvollen Prozess.« Doch es gibt auch eine Herausforderung: »Wir müssen noch viel besser verstehen, was Technologie eigentlich bedeutet.«