Avnet Abacus' neuer CE-Director »Ich sehe große Chancen in IoT und Industrie 4.0«

Ziele für 2016

Die 130 Linien für Deutschland sind eine ganze Menge, sehen Sie sich als Broadliner?
Nein, wir sind kein Bauchladen. Die Linien sind mit Bedacht ausgewählt, aber wir brauchen ein gewisses Spektrum, auch unter dem Gesichtspunkt unseres Programms BestFit.

BestFit wurde ja bereits vor etwa fünf Jahren vorgestellt. Läuft das Programm denn noch?
Aber sicher! Wir zeigen dem Kunden herstellerunabhängig Möglichkeiten auf, die wir ihm bieten können. Die Auswahl erfolgt dann anhand technischer Nuancen und dem Preis in Abstimmung mit dem Kunden.

Wie hoch ist Ihr Marktanteil bei IP&E in Zentraleuropa?
Der IP&E Markt in Deutschland wird zu etwa 50 Prozent von kleinen und mittelständischen Distributoren bedient. Die für unseren Markt ausschlaggebenden Zahlen des FBDI arbeiten aufgrund dieses sehr zerklüfteten Marktes mit einer Genauigkeit von etwa 75%. Geschäft, das wir aus Deutschland über die Landesgrenze hinaus an Niederlassungen unserer Logistikkunden liefern, ist in der reinen Betrachtung des deutschen Marktanteils ebenfalls nicht enthalten. Somit und insbesondere im IP&E Bereich ist es schwierig festzustellen, was der tatsächliche Marktanteil ist. Aber so viel können wir anhand der uns vorliegenden Daten sagen: Wir haben in den vergangenen drei Jahren unseren Marktanteil um über 30% steigern können.

Welche Auswirkungen hat die Tatsache, dass die Katalogdistribution immer weiter in die Volumina geht?
Ich glaube nicht, dass wir uns hier groß tangieren, weil wir zwei unterschiedliche Geschäftsmodelle verfolgen. Technische Betreuung ist für uns Key und die logistische Betreuung ebenso. Die Logistik eines Katalogdistributors ist nicht gleich der Logistik eines Volumendistributors. Wir bewegen Massen und bringen diese minutengesteuert zum Kunden. Das ist ein Know-how, das wir in vielen Jahren aufgebaut haben.

Wie hoch in etwa sind Ihre Anteile bei Fulfillment& Desing-in?
Wir machen einen nicht unerheblichen Umsatz, resultierend aus dem Design-in und der technischen Begleitung des Kunden. Stromversorgung und Emech sind sehr beratungsintensiv, gefolgt von Steckverbindern. Passiv ist ein ganzes Stückweit getrieben durch Commodities.

Auch bei Passiven spricht man von einer hohen Beratungsintensität?
Wenn man über Passiv generell spricht, definitiv. Fernab von sogenannten Commoditites gibt es auch im Bereich der passiven Bauelemente sehr beratungsintensive Produkte.

Welche Ziele haben Sie sich für 2016 gesetzt? Wo sehen Sie das größte Potenzial?
Wir sehen, wie schon erwähnt, große Chance in IoT und Industrie 4.0. Wir wollen gesund so weiterwachsen, wie wir das bislang gemacht haben. Detail-Zahlen veröffentlichen wir bekanntlich keine, aber so viel: Wir werden im Geschäftsjahr 2016, das zum 30. Juni endet, aller Voraussicht nach wieder zweistellig zulegen können. Um diesem gesunden Wachstum Rechnung zu tragen, werden wir in neues Personal investieren.