Avnet Abacus' neuer CE-Director »Ich sehe große Chancen in IoT und Industrie 4.0«

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Wie schafft man es, im IP&E-Geschäft profitabel zu sein?
Das ist schon eine Herausforderung, weil die Prozesskosten in Relation zu den Bauteilpreisen in IP&E sehr hoch sind. Aber wir haben bei Avnet Abacus eine exzellente Customer Logistic Group , die in Deutschland auch ausschließlich dediziert für Avnet Abacus arbeitet und sich um die prozesstechnische Abwicklung im Tagesgeschäft kümmert. Die Mitarbeiter sind sehr eng in Kontakt mit den Kunden. Es gibt ständige Reviews und kontinuierliches Finetuning der Logistikanbindungen. Darüber hinaus haben wir unsere Abteilung "Supply Chain Solutions", die übergreifend unsere Kunden bei der Einführung und der Umsetzung neuer Logistiklösungen innerhalb der Avnet-Gruppe berät.

Gibt es aktuell sprunghafte Veränderungen bei den Bedarfen?                        
Derzeit ist die Situation in der Tat entspannt. IoT & Industrie 4.0 sind zwar Beschleuniger, aber die Bedarfe werden langsam hochgehen, so dass die Herstellerund Distributoren genug Zeit haben, sich darauf vorzubereiten.

Im Halbleitersegment hatten wir in den vergangen 12 Monaten wohl so viele Merger wie nie zuvor. Wie sieht es im IP&E-Umfeld aus?
Die Hersteller im IP&E sind inzwischen sehr gut aufgestellt, daher glaube ich nicht, dass es hier großartige Konsolidierungen oder Übernahmen geben wird.

Plant Avnet Abacus für Ihren Bereich Zukäufe?
Nein, derzeit nicht. Wir sind in der glücklichen Situation, dass wir organisch sehr gut und gesund wachsen.

Sehen Sie noch Erweiterungsbedarf auf Ihrer Linecard?
Wir haben eine exzellente Linecard mit 97 paneuropäischen Linien. Bei Bedarf werden diese Linien durch länderspezifische Linien ergänzt, so dass wir in Deutschland rund 130 Hersteller anbieten können. Wir können mit unserem Portfolio also alles im IP&E-Bereich bedienen.

Sie erwähnten IoT und Industrie 4.0 - wie können Sie als IP&E-Lieferant davon profitieren?
IoT und Industrie 4.0 bieten der kompletten Elektronik ein riesen Potenzial, von dem Deutschland und EMEA stark profitieren können: Viele der Applikationen werden hier entwickelt und in EMEA produziert. Wir haben schon vor Jahren angefangen, uns darauf vorzubereiten: Stromversorgungen, Sensoren, Antennen, Wireless & Wired Modules, Switches und Steckverbinder - wir bieten hier ein extrem breites Portfolio und sehr leistungsstarke Hersteller.

Sie gehen also davon aus, dass auch IoT-Consumer-Applikationen hier produziert werden?
Ja, zum Teil schon. Zum Beispiel werden viele der Smart-Home-Applikationen in EMEA produziert werden. Das ist ein Wachstumsmarkt, denn für ein smartes Zuhause sind die Leute bereit, Geld auszugeben für qualitativ hochwertige Produkte.

Arbeiten Sie in Sachen IoT und Industrie 4.0 auch mit den anderen Speedboats im Avnet-Konzern zusammen?
Ja, die Zusammenarbeit mit den anderen Geschäftsbereichen läuft sehr gut. Das macht die Avnet-Gruppe insgesamt so stark. Wir sind die Experten in den einzelnen Bereichen, vereint unter einem Dach.

Immer mehr wird inzwischen nicht mehr inhouse, sondern durch Auftragsfertiger, EMS-Firmen, gefertigt. Welchen Stellenwert hat diese Klientel für Avnet Abacus?
Man ist nur erfolgreich, wenn man eine gute Kombination zwischen Design-Kunden und der Fertigung beim EMS hat. Wir wachsen mit allen EMS seit Jahren beständig und sind bei allen großen EMS gesetzt. Diese Konstellation macht uns stark, denn das Design-in begleiten wir im Design-Haus, und wenn es zur Produktion kommt, sind wir hier ebenso sehr gut positioniert. Was uns dort wiederum stark macht, ist die Logistik. Zudem haben wir ein spezielles Quote Center, das die Kollegen im Vertrieb unterstützt und sich u.a. um Anfragen unseres EMS-Klientel kümmert. Unser SAP bietet vielfältige Möglichkeiten, einen Großteil der Daten so aufzubereiten, dass wir schnell und effektiv anbieten können.