Produktion 4.0 Humanoide Roboter produzieren für Mindestlohn

Kleine Stückzahlenproduktion - hohe Kosten? Dieses Prinzip will Robozän aus Berlin, die weltweit wohl erste Zeitarbeitsfirma für Roboter, mit einem neuartigen Modell aushebeln. Sie vermittelt Roboter auf Zeitarbeitsbasis an Industriekunden - für 8,50 Euro die Stunde.

„Durch dieses neue Konzept der Flexibilisierung der Arbeitswelt tragen wir maßgeblich zur Sicherung des Produktionsstandortes Europa bei und gehen auf die zunehmende Individualisierung der Produkte und Stückzahlen ein“, erklärt Geschäftsführer Matthias Krinke, der als einziger Mensch in seinem Unternehmen Robozän angestellt ist. Die Idee, humanoide Roboter via Zeitarbeit zu vermitteln, kam dem Roboterpionier und Unternehmer mit der neuen Robotergeneration des workerbot – der dritten Generation von pi4 robotics, da diese besonders schnell und flexibel einsetzbar sind. Seinen Roboter workerbot hat das Unternehmen 2010 erstmals vorgestellt. Wer nicht nur einen workerbot auf Zeit mieten, sondern einen eigene workerbot kaufen möchte, kann dies im workerbot im Webshop von pi4, shop.pi4.de, tun. Der Hauptsitz und die Produktion befindet sich am Standort Berlin.

Im Rahmen einer Personalvermittlung können Eigentümer ihre Roboter anderen Unternehmen zur Verfügung stellen; und das ganz ohne zusätzlichen Aufwand. – Diesen übernimmt hierbei die Zeitarbeitsfirma: Sei es die Beschaffung von Arbeit, der Transport zur Arbeitsstelle, das Einlernen der Arbeit oder die Versicherung der Roboter. Monatlich erhält der Eigentümer eine Gehaltsabrechnung zum Mindestlohntarif in Höhe von 8,50 Euro pro Stunde. Als zusätzlichen Service sendet Robozän am Jahresende eine Abrechnung der „Mobilie“ für die Steuererklärung. Auch der Vorteil für Firmenkunden, die einen Roboter als Zeitarbeiter anstellen wollen, liegt klar auf der Hand: Nach einer schnellen Einarbeitungsphase kann der Roboter 24 Stunden und sieben Tage wöchentlich arbeiten. Lediglich ein befristeter Arbeitsvertrag von mindestens 6 Monaten mit 2 Schichten ist Pflicht für den Abnehmer. Nach 6 Monaten kann dieser nach Belieben verlängert, oder mit einer Frist von 4 Wochen gekündigt werden. Lediglich eine moderate Verwaltungs- undVermittlungsgebühr kommt für den Auftragnehmer noch hinzu.

Ein lohnenswertes Rundum-Paket für alle Beteiligten, das ordentlich Fahrt aufnimmt: Seit Gründung vor knapp vier Monaten hat das Unternehmen schon Kunden aus dem Produktionsbereich, weiße Ware und Automobil überzeugen
können. „Aktuell haben wir offene Stellen als Produktionsmitarbeiter in der kunststoffverarbeitenden Industrie.“, berichtet Krinke. Der menschenähnliche Roboter soll Teile vom Fließband nehmen, optisch kontrollieren und verpacken.