Ausblick Bauelementedistribution Heiter (IOT) bis wolkig (Cloud)

Das Internet der Dinge, Industrie 4.0, Big Data und die Cloud erzeugen die Phantasie, die auch die Hardwareträume und damit den Komponentenumsatz wachsen lässt – ein heiterer Ausblick nach einem zufriedenstellenden Jahr.

Der Distributionsmarkt für Komponenten in Europa wuchs 2015 aller Voraussicht nach zweistellig, von unter 10% in Deutschland bis über 30% in einigen osteuropäischen Ländern. Warum die Verwerfungen und warum wuchs gerade der größte Einzelmarkt in der größten Volkswirtschaft Europas langsamer als der Rest? Unsere Vermutung ist, dass ein Großteil der Unterschiede tatsächlich aus der Verschiebung der Wechselkurse von US-Dollar und Euro kommt. Gerade in Osteuropa wird mehr in Dollar bezahlt als in Deutschland.

Nach der Einschätzung des FBDi, der für 2015 ein Plus der von seinen Mitgliedern in Deutschland getätigten Umsätze von rund 7% meldete – auf ein Gesamtvolumen von rund 3,15 Milliarden Euro –, ist das substanzielle Wachstum in Deutschland nach Abzug der Währungsdifferenzen nicht viel anders als in Großbritannien, Italien oder Frankreich. Der gesunkene Euro-Kurs und die unterschiedlichen Zahlungsbedingungen stehen für den Löwenanteil des Zuwachses. Legt man das zugrunde, sind die 7% in Deutschland nicht so schlecht. Man könnte sogar einen Schritt weitergehen und feststellen, dass das Stückzahlwachstum eher zweistellig war und damit durchaus einem der besseren Jahre in diesem Millenium entspricht.

Mithin: Bauelementedistribution war 2015 ein stabiles Geschäft, wenngleich der Druck auf die Profitabilität anhielt und das Geschäftsmodell von Distributoren aller Größen weiterhin herausgefordert wird.

Was heißt das für die nahe und fernere Zukunft? Man muss kein Prophet oder Insider sein, um festzustellen, dass Mikroelektronik weiter eine wachsende Rolle spielen wird und die Stückzahlen sowohl in Consumer-nahen Anwendungen als auch in allen Feldern der Industrie weiter deutlich steigen werden – dazu sind die Effekte der Bauelemente auf die Leistungsfähigkeit, Anwendungsmöglichkeiten und Energieeffizienz von Elektroniksystemen einfach zu signifikant.

Strukturwandel in der Elektronikwelt

Und zudem ändert sich gerade die Struktur der Elektronikwelt durch Internet of Things, Industrie 4.0, Cloud Services und das Thema „Big Data“. Daten, die auf der untersten Ebene, den „Things“, generiert werden (Sensoren), werden zur digitalen Goldgrube für zahllose Anwendungsfälle, von der Lebensverbesserung für den normalen Menschen (Fitbit etc.) bis zur digitalen Selbstauskunft von Maschinen über Wartungszustand, Füllgrad oder Energieverbrauch.

Die wahre Wertschöpfung wird in diesen Daten (und potentiell viel mehr unbekannte/ungenutzte Daten, die bei den Unternehmen sitzen, die sog. Black Data) liegen, vielleicht noch in der Internet- und Cloud-Intelligenz der IBMs, Microsofts oder Ciscos, mit Sicherheit aber bei den IOT-Kunden oder deren Anwendungsfall (10.000 Schritte machen und länger leben). Auf der Hardwareseite wird der Druck zu kostengünstigen Lösungen eher größer als kleiner werden. 50 Milliarden vernetzte „Things“ bis zum Jahr 2020, nach Meinung vieler Marktforscher, bedeutet zwar eine Menge zusätzlicher Elektronik und damit Bauelemente, aber begleitet vom entsprechenden Preisverfall.