Kommentar »Es gibt für alles eine App...«

Karin Zühlke, Markt&Technik
Karin Zühlke, Leitende Redakteurin, Markt&Technik

Daten sind das Öl der Zukunft. Und nicht nur Unternehmen müssen sich Gedanken darüber machen, wie sie ihre Geschäftsmodelle entsprechend ausrichten. Auch der Verbraucher sollte sich fragen, welche Daten er täglich über Apps preisgibt.

Denn wer Apps auf seinen mobilen Geräten installiert hat, dem wird die Entscheidung allzu oft „abgenommen“: Er hat gar keine Kontrolle mehr, welche Daten so eine App von seinem Besitzer preisgibt. Und die Unternehmen werden immer findiger dabei, möglichst viele Daten „abzuziehen“.

Ein Beispiel: Im aktuellen Star-Wars-Film kugelt sich der Droide BB-8, eine Art kleiner Roboter, in die Herzen der Zuschauer. Den Kleinen gibt es inzwischen auch als Spielzeug, das per Smartphone oder Tablet gesteuert wird. Stiftung Warentest hat sich das „Spielzeug“ genauer angeschaut: Schon bei der Installation der Android-App fällt auf: Dafür dass die Software einfach nur ein Spielzeug fernsteuern soll, nimmt sie ganz schön viele Zugriffsrechte in Anspruch. Nach dem ersten Start fragt die App dann sowohl beim iPhone als auch bei Android-Handys nach dem Alter und der E-Mail-Adresse des Nutzers – wozu braucht sie diese Angaben? Tatsächlich senden beide App-Versionen etliche Daten an Dritte, darunter neben detaillierten Angaben zu dem Mobilgerät, auf dem die App läuft, auch die Mail-Adresse und das Alter des Nutzers. Für ein Funktionieren der App ist das eigentlich nicht notwendig. „Es gibt für alles eine App“ – dieser Werbespruch erhält vor diesem Hintergrund ganz neue Brisanz.

Wer viele Daten – Big Data – gesammelt hat, kann Nutzerprofile erstellen und hat damit die beste Ausgangsbasis, sich und sein Angebot in der digitalen Welt zu positionieren. Während wir vielerorts erst noch über die Notwendigkeit der digitalen Transformation diskutieren, hat sie also – fast unbemerkt – schon längst Einzug gehalten. Internetgetriebene Konzerne wie Google & Co haben sich bestens in Stellung gebracht.

Für die klassische B2B-Industrie ist es leider deutlich schwerer, auf Datenfang zu gehen. Aber auch hier gilt: Wer von der digitalen Welt profitieren möchte, muss umdenken und sein Geschäftsmodell neu „justieren“. ”Outcome based Services“ heißt eines der neuen Schlagworte, das derzeit in der Industrie die Runde macht. Gemeint ist damit der Paradigmenwechsel von der Produktdenke hin zu Service-orientierten Geschäftsmodellen. Auch hier spielen Big Data eine zentrale Rolle. Wie viel Einfluss sie am Ende auf den Geschätserfolg eines Untenehmens haben, darüber wird auch die Akzeptanz von Big Data beim Verbraucher entscheiden.

Und bei der Gelegenheit noch ein Hinweise in eigener Sache:

Eine Orientierungshilfe auf dem Weg in die digitale Transformation wollen wir Ihnen mit unserem 4. Industrie 4.0 & Industrial Internet Summit am 18. und 19. Oktober in München geben. Welche Geschäftsmodelle sind tragfähig und was lässt sich mit „Outcome based Services“ erreichen? Wie sehen die dafür nötigen intelligenten Big-Data-Analyse-Verfahren aus?

Diese und weitere Themen stehen in diesem Jahr im Mittelpunkt. Wenn Sie sich mit einem Vortrag oder Workshop an der Programmgestaltung beteiligen möchten: Ab sofort läuft unser Call-for-Papers. Mehr dazu gibt es auf www.industrie4-summit.de