TQ hat die Geschäftsführung erweitert »Digitalisierung ist ein wichtiger Treiber für uns«

Stefan Schneider, TQ: »Unsere Unternehmensphilosophie ist auch weiterhin mit „Made in Germany“ zu umschreiben. Während wir für unseren Standort in Shanghai die Werte von Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit mit der dort nötigen Kundennähe verbinden.«

Stefan Schneider, bislang Leiter des TQ-Werks Delling, ist neben Detlef Schneider und Rüdiger Stahl neuer Geschäftsführer von TQ. Neben Thomas Kirnberger leitet er auch die Geschäfte von TQ-Systems Durach. Markt&Technik traf ihn zum Gespräch.

Markt&Technik: Was gab den Ausschlag zur Erweiterung der Geschäftsführung zum 1. April 2017?

Stefan Schneider: Den Ausschlag gaben die gesellschaftliche Veränderung und die Weiterentwicklung unseres Geschäftsmodells. Die daraus resultierenden zusätzlichen Aufgaben und Herausforderungen begründeten wiederum die Erweiterung der Geschäftsführung.

Als Teil der Geschäftsführung sollen Sie TQ auf dem Weg der digitalen Transformation begleiten. – Was genau bedeutet für TQ die digitale Transformation – aus Sicht des Elektronikdienstleisters?

Als E²MS verstehen wir unter digitaler Transformation den Wandel traditionell geprägter Märkte. Die Digitalisierung verändert oder ergänzt die Geschäftsmodelle und das Produktportfolio unserer Kunden und verändert auch die Anforderungen an uns als Dienstleister.

Für unsere Geschäftsprozesse ist die Digitalisierung ein wichtiger Treiber, um unsere Geschäftsprozesse effizienter, schneller und flexibler zu gestalten und somit unsere Wettbewerbsfähigkeit auszubauen.

… und aus Ihrer OEM-Sicht als Hersteller eigener Produkte aus den Bereichen Embedded, Drives, Automation, Medical und Aviation?

Seit jeher ist in unserem Markennamen manifestiert, dass wir für Technologie und Qualität stehen. Diese Eigenschaften bzw. Fähigkeiten unterstützen uns dabei, die Entwicklung unserer Unternehmensstrategie hinsichtlich der Eigenprodukte in den Bereichen Embedded, E-Mobility, Robotic, Automation, Medical und Aviation den Anforderungen der digitalen Transformation anzupassen.

Detlef Schneider beschreibt die Unternehmenswerte von TQ mit „Demut und Selbstbewusstsein“ – wie interpretieren Sie diese Werte für sich und Ihr Handeln?

Die Perspektive von ganz TQ ist seit der Unternehmensgründung von Markt- und Kundennähe geprägt und die Sicht der Kunden treibt unsere Prozesse an. Dies bedingt Demütigkeit und Dankbarkeit. Selbstbewusstsein schöpfen wir aus der Perspektive, die wir uns in den letzten Jahren erarbeitet haben. Wir haben unsere Geschäftsbereiche sehr gut ausgerichtet, sehen hier Erfolge und können somit selbstbewusst in diese Richtung weitergehen.

Wie lauten die Pläne von TQ in Bezug auf das Dienstleistungsgeschäft?

Wir werden unsere E²MS-Sparte konsequent weiterentwickeln und orientieren uns dabei zu 100 Prozent an den Bedürfnissen und Wünschen unserer Kunden. Insgesamt halten wir an den Services und Lösungen unter anderem für die Branchen Industrie, Luft- und Raumfahrt, Medizin, Energietechnik und E-Mobiltiy fest.

… und in Bezug auf die eigenen Produkte?

Im Bereich unserer Embedded-Module und Systeme setzen wir auf den Ausbau von x86 und sind weiterhin stark bei ARM. In der Antriebstechnik für Robotik und die E-Mobilität verbinden wir die Lösungskompetenz aus der Antriebssparte mit unserer Erfahrung in der Industrieelektronik. Das ist die beste Voraussetzung dafür, eine führende Rolle einzunehmen, insbesondere im Medizin- und Luftfahrtbereich.

Energie transportieren, speichern und effizient nutzen sind Anforderungen, die sich aus der „Elektrifizierung“ unserer Gesellschaft und unseres Arbeitsumfeldes ergeben. Lösungen hierfür bieten wir mit unserem Geschäftsbereich TQ-Automation.

Was bedeutet das für die Gewichtung bzw. zukünftige Ausrichtung der Produktionsstandorte?

Auf die Gewichtung der Standorte wird diese Entwicklung nur geringen Einfluss haben. Wir legen weiterhin Wert darauf, mit unseren Standorten unseren Kunden die größtmögliche Nähe und Flexibilität zu bieten, und streben keine Spezialisierung der Standorte an.

Welche besonderen Herausforderungen sehen Sie für die Produktion in Zukunft?

Die Produktion der Zukunft ist gekennzeichnet durch einen hohen Grad an Automatisierung, technologischer Kompetenz, Effizienz und kontinuierlicher Weiterentwicklung. Unsere Unternehmensphilosophie ist auch weiterhin mit „Made in Germany“ zu umschreiben. Während wir für unseren Standort in Shanghai die Werte von Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit mit der dort nötigen Kundennähe verbinden.

Und wie würden Sie die Unternehmensziele von TQ für 2017 zusammenfassen?

Bezogen auf die Geschäftsbereiche streben wir einen weiteren Ausbau an. Im Bereich Embedded setzen wir dabei auf führende CPU-Technologien, um Embedded-Module und Lösungen zu generieren, mit denen unsere Kunden innovative und anwenderfreundliche Produkte realisieren können. Damit manifestieren wir unseren Führungsanspruch im Bereich der Embedded-Lösungen in Europa.

In der Luftfahrt werden wir künftig in der Lage sein, unsere Produkte selbst zu zertifizieren, was ein wichtiger Grundstein für die weitere Entwicklung unserer Aviation-Sparte ist.