Studie zu Digitalisierung in Unternehmen Die Treiber und die Bremser der Digitalisierung

Gehören in Ihrem Organisationsbereich Digitalisierungsprojekte aktuell zu den strategischen Schwerpunkten? (n = gesamt 1006 / Elektronik 99)
Gehören in Ihrem Organisationsbereich Digitalisierungsprojekte aktuell zu den strategischen Schwerpunkten? (n = gesamt 1006 / Elektronik 99)

Die Personalabteilungen und die Produktion gehen bei der Digitalisierung in der Elektronikbranche voran; auch der Einkauf setzt verstärkt auf moderne technische Unterstützung. Hinterher hinken vor allem die Finanzabteilungen und die Produktentwicklung.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Vergleichsstudie des Software-Hauses d.velop-Gruppe unter mehr als 1000 Unternehmen in zehn Wirtschaftssektoren. Durchgeführt wurde die Studie vom digital intelligence institute (dii).

Bei der Digitalisierung in der Elektronikbranche zeigen die Produktentwicklungs-Abteilungen laut der Studie die größte Zurückhaltung. Nur 20 Prozent von ihnen haben sich das Thema aktuell strategisch auf die Fahnen geschrieben. Nicht viel besser sieht es in den Finanz- und Controlling-Abteilungen aus: Hier haben nur 29 Prozent der Unternehmen eine stärkere Digitalisierung der Prozesse oben auf der strategischen Agenda stehen. Damit gehören diese Organisationsbereiche verglichen mit den anderen zu den Bremsern der Digitalisierung.

Der Nutzen einer stärkeren Digitalisierung des Kerngeschäfts scheint nach der Studie dagegen erkannt worden zu sein. 42 Prozent der Verantwortlichen setzen bei der Produktion entsprechende Schwerpunkte. Was aber besonders wichtig ist: Gleichzeitig können diese Bereiche auf höhere Investitionsmittel zugreifen, für digitale Projekte in der Produktion ist es fast jedes zweite Unternehmen. »Aus diesen Investitionsplanungen lässt sich der Schluss ziehen, dass man sich tatsächlich konkreten Projekten widmet und nicht auf Absichtserklärungen zur Digitalisierung beschränkt«, urteilt d.velop-Vorstand Mario Dönnebrink.

Ein ähnliches Bild geben die Einkaufsabteilungen als Treiber der Digitalisierung ab. Sie zeigen der Studie zufolge ebenfalls eine Veränderungsbereitschaft: Für 42 Prozent gehören Digitalisierungsprojekte zu ihren strategischen Schwerpunkten, noch mehr können dafür höhere Budgets als im letzten Jahr nutzen. Damit erweist sich der Einkauf in der Elektronikindustrie deutlich zukunftsorientierter als der Durchschnitt aller untersuchten Branchen.

Eine nur mittlere Position beim innerbetrieblichen Vergleich nimmt das Qualitäts- und Compliance-Management ein, während die Personalabteilungen der Elektronikunternehmen zu den Treibern des digitalen Wandels gehören. 53 Prozent wollen verstärkt in digital unterstützte Abläufe investieren, beispielsweise zur Einführung digitaler Personalakten oder um den Mitarbeitern über eine Lösung auf Cloud-Basis die Gehaltsmitteilungen elektronisch zukommen zu lassen. Auch für entsprechende Budgets scheint gesorgt zu sein.