Knorr-Bremse-Chef Deutschland hat beim Internet der Dinge die Nase vorn

Klaus Deller, Vorstandsvorsitzender und Verantwortlicher für die Division Systeme für Schienenfahrzeuge
Klaus Deller, Vorstandsvorsitzender und Verantwortlicher für die Division Systeme für Schienenfahrzeuge

(dpa) Beim Internet der Dinge sieht der Chef des weltweit führenden Zug- und Lkw-Bremsenherstellers Knorr-Bremse die deutsche Industrie ganz vorn mit dabei.

«Technologisch sind wir richtig gut - auch wenn wir dies vielleicht etwas weniger zelebrieren als die Marketingmanager aus dem Silicon Valley», sagt Vorstandschef Klaus Deller.

Die Entwicklung des Smartphones habe Deutschland zwar verschlafen - Google und Co. seien stark darin, mit großen Datenmengen neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. «Unsere Industrie hingegen ist stark im Maschinenbau, der Mechanik und der Mechatronik», so Deller. Ein sicher funktionierendes Auto könne nicht jeder bauen. «Die freundliche Meldung, dass gerade ein Neustart des Systems vorgenommen wird, würde ich aber in einem Fahrstuhl nicht vorfinden wollen. Oder in einem Flugzeug.» Deshalb sei er beim Internet der Dinge «sehr optimistisch für Deutschland im Allgemeinen und Bayern im Besonderen.» Siemens oder BMW seien gute Beispiele. Mit dem Standort Bayern sei er sehr zufrieden, unterstreicht Deller und lobt das investitionsfreundliche Klima, die Infrastruktur und «die Bereitstellung gut ausgebildeter Menschen».

Mit 3200 Mitarbeitern in Bayern und fast 25 000 weltweit hat das Münchner Familienunternehmen Knorr Bremse im vergangenen Jahr 5,5 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet.

Knorr-Bremse hat im Geschäftsjahr 2016 die Weichen auf Wachstum gestellt. Hierzu wurden sieben Akquisitionen eingeleitet und zum größten Teil bereits erfolgreich abgeschlossen. Darüber hinaus hat Knorr Bremse erneut stark über dem Abschreibungsniveau investiert und die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E) auf hohem Stand stabil gehalten. 2016 investierte das Unternehmen 328 Mio. Euro (Vj.: 347 Mio. Euro). Damit blieb die Quote für F&E-Aufwendungen gemessen am Umsatz konstant bei 6,0 %.

Die Maßnahmen dienen allesamt dem Ausbau des Systemangebots und der Stärkung der globalen Marktposition.