Dell OEM Solutions Dell bricht in die industrielle IoT-Welt auf

Unternehmenszukäufe

Um das Angebotsspektrum auf der Hardware- wie der Software-Seite zu vervollständigen, hat Dell über die vergangenen Jahre zahlreiche Unternehmen zugekauft. So verstärkte Dell im März 2014 mit der Übernahme von StatSoft die Position im Information-Management in den Bereichen Data-Mining, vorausschauende Analyse und Visualisierung. Vor allem hat das Unternehmen jetzt mit der von StatSoft entwickelten Software Statistica ein starkes Analyse-Tool im eigenen Programm. Weit über 1 Mio. Nutzer aus unterschiedlichen Branchen wie Pharmazie, Finanzwirtschaft, und Produktion arbeiten heute bereits mit Dell Statistica - nicht zuletzt weil Dell nach der Übernahme weiter stark in Dell Statistica investiert hat und Synergien zu den bestehenden Information-Management-Tools wie Toad, Spotlight on SQL Server Enterprise, Shareplex, Boomi, Toad Business Intelligence Suite und Kitenga Analytics nutzen konnte.

Auf der Hardware-Seite hat Dell im Jahr 2011 Wyse übernommen, ein Unternehmen, das sich unter anderem auf die Entwicklung von Thin Clients spezialisiert hatte. Die Geräte ohne Lüftung waren der Einstieg von Dell ins Geschäft für IoT-Gateways. Daraus entwickelte Dell eine Familie modular aufgebauter Geräte, die über verschiedene Protokolle und Verbindungen verfügen und über den erweiterten Temperaturbereich arbeiten, wie in der Industrie üblich. Und sie erreichen auch die in der Industrie geforderten langen Lebensdauern, die mehreren Lebenszyklen normaler PCs entsprechen. "Von außen sehen unsere Gateways aus wie Industrie-Computer. Im Inneren verhalten sie sich allerdings wie ganz normale PCs und sind so einfach zu managen wie ein Standard-System von Dell", sagt Helmut Schmidt. Sie lassen sich einfach im Feld oder remote warten und updaten. Vor allem sind sie aber sehr kosteneffizient.

Als Alleinstellungsmerkmal sieht Schmidt an, dass Dell in der Lage ist, nicht nur die Gateways, sondern das Gesamtsystem einschließlich weiterer Funktionen wie Betriebssystem und Sicherheitsfunktionen aus einer Hand weltweit anbieten zu können. "Selbst kundenspezifische Ausführungen können wir innerhalb von zwei Wochen auch in sehr hohen Stückzahlen liefern, die auf unseren Standard-Produktionslinien gebaut werden."

Hier sieht er den großen Vorteil von Dell: die hochvolumigen Produktionslinien, auf denen sich auch kundenspezifische Produkte kostengünstig fertigen lassen. "So können wir große Aufträge in kurzer Zeit abarbeiten", sagt Schmidt. Als Beispiel nennt er ein Entertainment System, bei dem es sich praktisch um ein modifiziertes Tablet ohne Akku handelt. "Wir können innerhalb kurzer Zeit in allen Dell-Fabriken rund um die Welt verteilt auch 100.000 Stück oder mehr fertigen und mit Software in den entsprechenden Konfigurationen liefern."

Damit sieht Dell sich in einer entscheidenden Position in der IoT-Welt: Das Unternehmen hat verschiedene, für IoT relevante Geschäftsfelder unter seinem Dach vereint. Selbstverständlich will Dell nicht selbst ins Sensorgeschäft einsteigen, sondern Sensorhersteller sowie weitere Zulieferer und Systemintegratoren einbinden, um so vollständige Turn-Key-Systeme aufzubauen, wie sie die großen OEMs verlangen. "Wir ebnen den Weg zu Partnerschaften, ohne die sich IoT gar nicht umsetzen lassen würde", erklärt O´Connell.