EnOcean auf Expansionskurs Consumer-Markt: IoT und Industrie 4.0 geben neuen Schub

Auf Basis der batterielosen Funktechnik von EnOcean lässt sich das Heim über die Grenzen von Standards und Gewerken hinweg einfach vernetzen, ohne dass sich die Anwender um die dahinterliegenden Techniken kümmern müssen.
Auf Basis der batterielosen Funktechnik von EnOcean lässt sich das Heim über die Grenzen von Standards und Gewerken hinweg einfach vernetzen, ohne dass sich die Anwender um die dahinterliegenden Techniken kümmern müssen.

Die Gebäude- und Heimautomation wächst stetig, jetzt will EnOcean verstärkt den Industriemarkt für sich erschließen. Außerdem setzt das Unternehmen nun auch auf die Übertragung mit 2,4 GHz, um globale Systeme für Gebäude und den Consumer-Markt anbieten zu können.

Die professionelle Gebäude- und Hausautomatisierung auf Basis drahtloser Kommunikation, die keine Batterien benötigen – das sind unsere Kernmärkte, und beide Sektoren wachsen in Europa und Nordamerika stetig«, sagt Dr. Wald Siskens, seit knapp einem halben Jahr CEO von EnOcean. »Jetzt wollen wir weltweit expandieren und in neue Märkte vordringen.«

Dazu ein kurzer Rückblick. Gestartet war EnOcean mit der Idee, Schalter zu bauen, die beispielsweise die Beleuchtung über Funk an- und ausschalten können und – hier sieht sich EnOcean als weltweiter Pionier – die Energie dafür nicht aus Batterien bekommen, sondern dazu Energy Harvesting einsetzen. Das bedeutet: Es müssen keine Batterien getauscht werden, und das System lässt sich, weil auf Funk basierend, einfach installieren, ohne dass Leitungen in den Gebäuden verlegt werden müssen. EnOcean hatte von Anfang an auf Energy Harvesting gesetzt und sich auf die Entwicklung der Harvester-Einheiten konzentriert. Außerdem hat das Unternehmen eigene DC/DC-Wandler entwickelt, die schon ab 20 mV starten können, und ein eigenes, energieeffizient arbeitendes Funkprotokoll realisiert. Die EnOcean Alliance mit derzeit über 350 Mitgliedern treibt diesen Standard (ISO/IEC 14543-3-10) seit 2008 voran.

Das Konzept hatte Erfolg. Derzeit sind mehrere Hunderttausend Gebäude weltweit mit dem System von EnOecan ausgestattet. Inzwischen gibt es nicht nur Schalter, sondern mehr als 1500 weitere Produkte von energieautarken Multifunktionssensoren bis zu selbstlernenden Systemen und Steuerzentralen für den Einsatz in Gebäuden und im Smart Home zu kaufen, die auf Basis der EnOcean-Technik arbeiten. Die Kommunikation funktioniert jetzt nicht nur wie anfangs in eine Richtung, sondern auch bidirektional, so dass beispielsweise das Fenster rückmelden kann, ob es geschlossen ist, oder ein Sensor an der Waschmaschine eine Warnung verschickt, falls Wasser ausläuft. »Auf der ISH, die kürzlich in Frankfurt stattfand, haben über 50 Firmen ausgestellt, die mit Hilfe unserer batterielosen Funktechnik Produkte, Standards und Gewerke zu einem integrierten System zusammenführen«, so Dr. Wald Siskens. Das zeigt auch, dass die seit zwei Jahren verfolgte Strategie, in den professionellen Smart-Home-Markt vorzudringen, bereits Früchte getragen hat: »EnOcean hat ein stabiles Ökosystem aufgebaut. Das ging nicht von heute auf morgen, aber es entwickelt nun eine eigene Dynamik: Jetzt startet die zweite Wachstumswelle in Europa«, freut sich Siskens. Auch die Hersteller von Fertighäusern sind auf die Technik aufmerksam geworden: WeberHaus und Schwabenhaus beispielsweise arbeiten mit den EnOcean-Systemen. Damit stehe die Firma laut Siskens auf einer soliden Basis, um weiteres Wachstum voranzutreiben. Erstens in den Regionen außerhalb Europas und zweitens will er mit neuen Produkten in ganz neue Märkte vorstoßen.