Gier frisst Hirn Bitcoin – auf dem Weg zum Crash?

Nicht wenige Experten meinen, dass Bitcoin ein reines Spekulationsobjekt ist und wir wieder einmal Zeuge werden, wie sich eine klassische Finanzblase bildet.

Bitcoin hat eine Achterbahnfahrt hinter sich. Jeder weiß also, auf was er sich einlässt. Warum kaufen Anleger fröhlich weiter?

Vom Wort »Digitalwährung« nehmen mittlerweile immer mehr Experten Abstand. Viel zu schwankungsanfällig sei der Bitcoin, als dass er ein probates Zahlungsmittel sein könnte. Vor drei Wochen war er auf fast 20.000 Dollar gestiegen, vor zwei Wochen auf annähernd 11.000 Dollar gefallen – um nun wieder bei mehr als 15.000 Dollar zu stehen. Wäre das der Euro, würde wohl Panik bei vielen Menschen ausbrechen.

Beim Bitcoin ist stattdessen immer häufiger von einem »Spekulationsobjekt« die Rede: Die Wette darauf, dass man nach dem Kauf immer jemanden findet, der bereit ist, noch mehr Geld für diese Sache auszugeben – die aber die meisten nicht einmal durchschauen. Vornehmlich das ist es, was bei Joachim Goldberg, Blogger und Experte für Verhaltensökonomik, die Alarmglocken schrillen lässt.

»Es ist wie damals bei der Dotcom-Blase, als sich nur die wenigsten ernsthaft mit der Materie der Tech-Unternehmen auskannten, sich aber jeder fragte: Warum bin ich nicht auch dabei?« Goldberg glaubt, dass es unter anderem Geschichten sind, von »dem einen Freund, der über Nacht reich geworden ist«, die den Ausschlag geben. Für den Zuhörer bleibe das als Referenz im Gedächtnis hängen, genauso wie die Nachrichten über immer neue Kursexplosionen.

»Jeder Mensch nutzt solche Referenzpunkte«, sagt Goldberg. Sie lösten einen Reiz aus, gegen den man sich schlicht nicht immer wehren könne. Damit einher gehe auch die Angst, etwas zu verpassen - in der Anlegerpsychologie oftmals als FOMO (Fear of Missing Out) bezeichnet. Diese Vorstellung, bei der ständig zitierten Preisrallye nicht dabei gewesen zu sein, versetzt den Investor von vornherein in einen Zustand des Bedauerns. Ein unschönes Gefühl, das jeder Mensch versucht, zu vermeiden. Im Zweifelsfall führt das zu einer höheren Risikofreude.