Fraunhofer IAIS Big Data meistern mit Sensor-Intelligenz

Mit den riesigen Datenströmen, die im Zusammenhang mit Industrie 4.0 und IoT entstehen, geraten die datenverarbeitenden Systeme zunehmend an ihre Grenzen. Im Rahmen des EU-Projekts »Flexible Event Processing for Big Data Architectures« (FERARI) wurde nun untersucht, inwieweit intelligente Sensoren die Datenflut reduzieren können.

»Kernidee bei FERARI ist eine allgemeine Entlastung datenverarbeitender Systeme«, sagt Dr. Michael Mock, Projektleiter am Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS. »Die einzelnen Sensoren der beteiligten Maschinen entscheiden dazu selbstständig, ob sie eine aufgenommene Information kommunizieren und für welche anderen Komponenten im System sie wichtig ist. Dadurch wird der Gesamtdatenstrom auf das Wesentliche reduziert.«

In Kombination mit Methoden des »Complex Event Processing« – also der Verarbeitung komplexer, voneinander abhängiger Ereignisse – können dadurch auch in vielfach verflochtenen Echtzeitdatenströmen wichtige Zusammenhänge aufgedeckt werden.

»Bei der Entwicklung war uns besonders wichtig, den Anwendern einen schnellen Einstieg zu ermöglichen«, betont Mock. »Dazu haben wir unter anderem die gesamte benötigte Softwarekonfiguration in einen Docker Container integriert.«

Open-Source Softeware

Als erstes Ergebnis des Projekts ist nun die erste Version einer Open-Source-Software zur Echtzeit-Analyse großer Datenströme in verteilten Systemen erschienen. Interessierte Anwender können damit nach dem Download ohne weitere Installationen sofort loslegen. Ergänzende Videodokumentationen zeigen, wie sich in wenigen Schritten erste Anwendungen entwickeln lassen, die anschließend an den mitgelieferten Beispieldatensätzen getestet werden können. Der einfache Zugang soll die allgemeine Verbreitung moderner Big-Data-Anwendungen in der Forschung und Wirtschaft vorantreiben.

Das Projekt und die Partner

Eine technologische Basis für das Projekt lieferte der Partner IBM Haifa mit »IBM Proactive Technology Online« (Proton) – einem Tool zur Verarbeitung komplexer Ereignisse. »Für FERARI musste Proton fit zur Verarbeitung sehr großer Datenströme gemacht werden«, erklärt Dr. Fabiana Fournier, verantwortliche Wissenschaftlerin bei IBM. »Deshalb haben wir die Software mit dem Big-Data-System Storm kombiniert.« Dadurch ist es möglich, »Proton on Storm« auf mehreren Rechnern parallel arbeiten zu lassen – eine grundlegende Voraussetzung zur Verarbeitung von Datenvolumina im Big-Data-Bereich.

Neben dem Fraunhofer IAIS als Konsortialführer und IBM Research Labs Haifa beteiligen sich das Israel Institute of Technology (TECHNION), die Technical University of Crete, die kroatische Telekom und das kroatische Unternehmen Poslovna Inteligencija an »FERARI«. Das Projekt wird im Rahmen des siebten Forschungsrahmenprogramms der EU über 36 Monate gefördert.