»Smart Data Innovation Lab« gegründet Big Data für Industrie 4.0 »smart« nutzen

Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) wurde jetzt das »Smart Data Innovation Lab« (SDIL) ins Leben gerufen. Es soll Wege finden, den landläufig »Big Data« genannten wachsenden Datenwust in der Industrie und anderen Bereichen zu »Smart Data« zu machen, also verarbeitet und analysiert zu bekommen.

»Digital veredelte, cyber-physische Produktionsanlagen sind mit Tausenden von Sensoren ausgestattet, die nach dem Prinzip von Industrie 4.0 mit dem Internet der Dinge verbunden sind«, verlautete aus dem am SDIL beteiligten DFKI (Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz). »Diese Smart Factories liefern im Jahr Petabyte an Daten von Werkzeug- und Produktionsmaschinen, Big Data, die zu Smart Data verdichtet werden müssen, um Optimierungspotential zu identifizieren und Wettbewerbsvorteile nutzen zu können.« Die jetzt gestartete Forschungsplattform SDIL werde helfen, diese Chancen zu realisieren: »Erste Projekte werden sich auf die strategischen Forschungsfelder Industrie 4.0, Energiewende, Smart Cities und Personalisierte Medizin beziehen.«

Durch die Bereitstellung einer Höchstleistungs-Infrastruktur sowie von Daten aus Industrieprozessen sollen im SDIL wichtige Voraussetzungen für die Spitzenforschung im Bereich Big Data geschaffen werden. Jeweils ein Vertreter aus Wissenschaft und Industrie leitet die Arbeitsgruppen für die aktuellen vier Forschungsfelder. Die Arbeitsgruppen entscheiden gemeinschaftlich über die Ausgestaltung und Vergabe der SDIL-Ressourcen für Forschungsprojekte. Weitere Forschungsschwerpunkte sind im Laufe der Zeit geplant. DFKI-Forscher haben die wissenschaftliche Leitung im Anwendungsgebiet Industrie 4.0 sowie im Querschnittsthema Data Curation.

Die Wissenschaftler erhalten im Rahmen abgegrenzter Projekte Zugang zu Daten aus Industrieprozessen, die auf der Plattform sicher gespeichert sind. Die Analyse der Daten, etwa die Beschreibung und Strukturierung spezifischer Datensätze oder das Auffinden von Anomalien, erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Unternehmenspartner, was einen schnellen Wissens- und Technologietransfer ermöglicht. Die beteiligten Forschungsinstitute werden außerdem allgemeingültige Werkzeuge und Methoden zur Datenanalyse entwickeln, die über die Plattform allen Teilnehmern des SDIL zur Verfügung gestellt werden können.

Neben dem KIT als Betreiber zählen Bayer, Bosch, Microsoft Deutschland, SAP, Siemens und die Software AG ebenso zu den Gründungspartnern des SDIL wie das DFKI, die Fraunhofer-Gesellschaft und das Forschungszentrum Jülich. Darüber hinaus unterstützen bereits heute mehr als 20 weitere Unternehmen sowie Institutionen das SDIL. Hierzu zählen Unternehmen wie Infineon, Trumpf und Volkswagen sowie der Branchenverband Bitkom und die Deutsche Gesellschaft für Informatik (GI). Weiteren interessierten Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft steht das SDIL zur Mitarbeit offen. Ein Fokus des SDIL liegt auch auf der Förderung kleiner Unternehmen, die von den Kontakten zu etablierten Anbietern profitieren und völlig neue Lösungen und Dienstleistungen im Umfeld von Big Data anbieten können.