Mit Bitcoin gewinnen? Bafin warnt vor Exzessen und Totalverlust

Wir armen Menschenkinder/sind eitel arme Sünder/ und wissen gar nicht viel: Das wusste schon Matthias Claudius - obwohl er nichts von Bitcoin ahnen konnte.
Wir armen Menschenkinder/ sind eitel arme Sünder/ und wissen gar nicht viel: Das wusste schon Matthias Claudius - obwohl er nichts von Bitcoin ahnen konnte.

Lieber mal aufs Schlimmste gefasst sein: Totalverlust droht. Oder?

»Wir sind alle dabei, dieses Gebiet erst zu verstehen und Know-How aufzubauen«, sagt Felix Hufeld, Präsident der Aufsichtsbehörde Bafin. Was er auf jeden Fall weiß: »Es handelt sich um höchst spekulative Vorgänge mit der Möglichkeit des Totalverlustes.« Folglich werde es Exzesse geben, die bittere Verlierer produzieren. Ein Anleger müsse wissen, »dass er im schlimmsten Fall sein ganzes Geld verlieren kann.«

Manche sehen das genau umgekehrt: Ein Anleger kann auch sehr viel Geld gewinnen. Darin scheint ja gerade der Reiz zu liegen, in Dinge zu investieren, deren Wert schwankt. Etwa in Aktien. Dort waren auch schon Totalverluste vorgekommen sein. Und da wären wir bereits in der klassischen Finanzwelt angekommen.

Die klassische Finanzwelt:  Bitcoin ist schon da! 

Dass der Kurs von Bitcoin und in dessem Sog auch andere Kryptowährungen enorm an Wert gewonnen haben, dürfte auch daran liegen, dass kürzlich zwei große US-Börsen mittlerweile Terminkontrakte auf den Bitcoin aufgelegt haben. Ob das ausreicht, dass Bitcoin auch in der klassichen Welt ein seriöseres Image bekommt? 

Selbst wenn es so wäre, damit ist noch nicht erklärt, warum der Bitcoin schon seit Jahresbeginn massiv im Wert gestiegen ist: von rund 1.000 US-Dollar auf 14.000 und dann über die letzten Wochen noch einmal auf annähernd 20.000 Dollar, um kurz vor Weihnachten jäh in Richtung 12.000 Dollar abzustürzen. Je höher der Kurs stieg, desto lauter wurden mahnende Stimmen aus Politik und Notenbanken. In den vergangenen Tagen hatten Politiker und Ökonomen eine Regulierung von Bitcoin gefordert.

Erst kürzlich hatte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann den Bitcoin heftig kritisiert. »Es ist spekulativ, man kann Geld damit verlieren«, hatte sagte Weidmann am Montagabend in Frankfurt gesagt. Bitcoin als Digitalwährung zu bezeichnen, hält Deutschlands oberster Währungshüter für irreführend: »Ein Zahlungsmittel sollte ja eine Wertstabilität aufweisen. Diese Eigenschaften fehlen dem Bitcoin.« Weidmann sprach sich jedoch ausdrücklich gegen eine Regulierung aus geldpolitischer Sicht aus.