Logistik 4.0 Augmented Reality im Lager

Mit einer Datenbrille ausgestattet, sehen die Mitarbeiter ergänzende Informationen in ihrem Sichtfeld.

Datenbrillen sollen bei Geodis das Kommissionieren und Verladen der Ware im Lager erleichtern. Dazu hat der Logistikdienstleister ein Pilotprojekt am Standort Köln gestartet. Die dort eingeführte Lösung basiert auf der Pick-By-Vision-Technologie von Picavi.

Mit einer Datenbrille ausgestattet, sehen die Mitarbeiter visuelle Informationen in ihrem Sichtfeld. Damit erhalten sie alle Angaben, die sie für die Kommissionierung oder Verladung benötigen. Geodis hat zunächst zwölf Mitarbeiter mit diesem System ausgestattet. Die Datenbrillen leiten die Kommissionierer mittels visueller Displays durch den aktuellen Kommissionierauftrag. Sie informieren vorab über die zu übernehmende Ladeeinheit (Palette oder Karton) und verweisen im Anschluss auf die zu pickenden Mengeneinheiten, die Positionsebene sowie den Stellplatz. Bei Bedarf können auch Bilder der Produkte in das Sichtfeld eingespielt werden. Während des Kommissionierens scannt der Angestellte die Waren mittels Fingerscanner. Das Mitführen eines Handscanners entfällt dadurch und der Mitarbeiter hat die Hände frei. Am Ende des gesamten Kommissionierlaufes führt die Datenbrille Mitarbeiter an den korrekten Stellplatz in der Bereitstellungszone und der Kommissionierauftrag wird automatisch im Warehouse-Management-System (WMS) abgeschlossen.

Durch den Einsatz der Datenbrillen erhalten Mitarbeiter im Vergleich zu der Nutzung von Handscannern ein wesentlich höheres Maß an Bewegungsfreiheit und haben trotzdem Zugang zu detaillierteren Informationen bezüglich Art und Aussehen der zu kommissionierenden Greifeinheiten. Dies steigert die Produktivität und eliminiert potenzielle Fehlerquellen. Außerdem können mit der Datenbrille nach Abschluss des Auftrages Fotos von den verladenen Paletten aufgenommen werden, wodurch eine lückenlose Verladedokumentation entsteht. Dank der präzisen und strikten Prozessführung, erzielt GEODIS eine hohe Pickleistung, bessere Qualität und eine lückenlose Dokumentation. Ein einfacher und sehr flexibler Parametrierprozess – verbunden mit dem WMS – ermöglicht eine einfache und flexible Anpassung der Lagerorganisation an veränderte Rahmenbedingungen. Darüber hinaus liefert Pick-by-Vision noch einen weiteren Mehrwert: »Der Umfang und die Darstellung der relevanten Informationen sind leicht skalierbar. Dadurch können auch neue Mitarbeiter ohne Vorkenntnisse schnell angelernt werden. Somit wird auch in einer Peak-Season die gewohnt hohe Qualität sichergestellt«, sagt Christian Müller, Area Manager FMCG von Geodis.

»Die Lösung ist auch eine gute Nachricht für unsere Kunden. Diese können dadurch nämlich von einer Produktivitätssteigerung von bis zu 12 Prozent und vom Einsatz dieser innovativen Technologie in ihrer Supply-Chain profitieren«, ergänzt Dr. Bernhard Heimann, Direktor Operations von Geodis. Sollten sich die erwarteten Ergebnisse bestätigen, plant Geodis den Einsatz von Pick-by-Vision an weiteren Standorten in Deutschland.

Einfache Integration

Pick-by-Vision lässt sich grundsätzlich in jedes Lager integrieren, bestätigt der Hersteller Picavi. Die schlanke Lösung Picavi Pure wird direkt mit dem bestehenden ERP- oder Lagerverwaltungs-System verbunden – ohne Middleware, ohne eigenen Server, ohne Hosting. Dank vorgefertigter Kommunikationsmodule wird eine Schnittstelle zwischen Head-Mounted Display und Softwareumgebung geschaffen, über die Picavi bereits prozessgerecht aufbereitete und wegeoptimierte Picklisten anfordert und Rückmeldung über die Bearbeitungsstände gibt. Die bidirektionale Kommunikation läuft je nach Systemarchitektur zum Beispiel über Webservices wie SOAP oder REST, FTP-Batches oder XML.

Bei Picavi Pure Plus wird das schlanke Picavi Pure um eine vermittelnde Middelware-Komponente erweitert – für eine kontinuierliche Kommunikation zwischen der Kommissionierlösung und dem übergeordneten bestandsführenden System. Über das zusätzliche Modul kann Picavi Picklisten abrufen, die vom Lagerverwaltungs- oder ERP-System bereits prozessgerecht aufbereitet wurden. Auch eine stabile und performante Anbindung an Telnet-basierte Systeme kann mit Picavi Pure Plus abgebildet werden.