Rutroniks neuer Wireless&Embedded-Geschäftsbereich geht an den Start 8 bis 10 Prozent vom Embedded-Kuchen

Bernd Hantsche, Rutronik

»Wir kombinieren die beiden Geschäftsmodelle des Broadliners mit dem des Spezialdistributors. Weil wir selbst keine Systeme entwickeln, treten wir dabei nicht in Wettbewerb zu unseren Kunden.«
Bernd Hantsche, Rutronik: »Wir werden unsere Position in Europa weiter ausbauen, aber natürlich auch in Asien und den USA.«

Mit dem neuen Geschäftsbereich »Embedded & Wireless« unter der Leitung von Bernd Hantsche will Rutronik seine Position im Embedded-Markt weiter ausbauen. Rund 8 bis 10 Prozent der Embedded-Distribution will Rutronik künftig für sich verbuchen.

Markt&Technik: Was hat sich inhaltlich geändert und welche Produktbereiche sind Ihrem Geschäftsbereich zugeordnet?

Bernd Hantsche: Der neue Geschäftsbereich umfasst vier Abteilungen: Die erste Abteilung ist Wireless inklusive Funklösungen vom Chip bis zum Funkgerät. Alle MCUs mit Funkschnittstelle laufen bei uns automatisch im Funkbereich. Daher arbeiten wir natürlich sehr eng mit dem Halbleiterbereich zusammen. Die nächste Abteilung umfasst Displays & Monitore und beinhaltet alle Arten von Anzeigen, also TFT, LCD, OLED, natürlich auch kundenspezifische Displays, bis hin zu professionellen Monitoren, die sich unterteilen lassen in Präsentationsmonitore, Digital-Signage-Lösungen und Videowalls. Zur Abteilung Boards & Systems, die ebenfalls meinem Bereich eingegliedert ist, gehören sämtliche Boards, beginnend beim kleinen MCU-Board bis hin zum ATX-Mainboard, sowie komplette Rechner, Barebones, Single-Board-Computer und Systeme für den Workstation- und Sever-Bereich sowie auch USVs. Die Abteilung Storage beinhaltet Speicherlösungen: Neben optischen und magnetischen Laufwerken werden Flash-Speicher immer gefragter, darunter SSDs, Hybrid-Drives, Speichersticks, -module, und -karten.

Was gab den Anstoß zur Gründung der neuen Unit in der Konstellation „Embedded & Wireless“?

Es gab viele Gemeinsamkeiten, die wir aber bisweilen nicht optimal ausgeschöpft haben: Die genannten Produktbereiche haben zum Beispiel ganz ähnliche Arbeitsstrukturen. Wir haben nun eine viel bessere Transparenz intern, wenn wir die verschiedene FAEs und Produktmanager unter einem Hut steuern, um Überschneidungen bei Projekten zu vermeiden. So kam es schon mal vor, dass der eine Produktbereich mit einem Kunden über das Mainboard diskutiert und die Wireless-Abteilung die passende WLAN-Einsteckkarte präsentiert hat, ohne dass wir voneinander wussten. Insofern macht es absolut Sinn, das zentral zu steuern.

Außerdem handelt es sich bei allen Produktsegmenten bzw. Abteilungen, die wir in unserem neuen Geschäftsbereich zusammengeführt haben, um komplexe Design-In-Produkte, die nicht nur mit einem Datenblatt erklärbar sind. Hinzu kommt, dass wir hier einen erhöhten Support-Bedarf haben und daher mit einem eigenen technischen Support Team arbeiten. Wir erhoffen uns von dieser Konstellation eine verstärkte Wahrnehmung im Markt. Im Wireless-Segment haben wir uns ja bereits ein gutes Standing erarbeitet.

Inwieweit gab es personelle Umstrukturierungen?

Frank Bittigkoffer, der bislang die beiden Abteilungen Displays & Boards sowie Storage leitete, ist nun stellvertretender Bereichsleiter für die gesamten vier Abteilungen und Director für unsere Key Accounts. Er hat zudem unsere Materialwirtschaft zu seinem Steckenpferd gemacht. Ich habe hingegen meinen persönlichen Fokus eher auf das strategische bzw. technische Marketing.

Wird es darüber hinaus zusätzliche Personal-Ressourcen geben?

Ja, in der Tat werden wir auch in dieser Hinsicht ein Ausrufezeichen setzen und unsere Mitarbeiter in diesem Bereich aufstocken. Wir haben in allen vier genannten Abteilungen freie Stellen, teilweise auch international. Gesucht sind hauptsächlich technische Produktmanager und Projektmanager, darüber hinaus werden wir zusätzliche Spezial-FAEs einstellen. Auch abteilungsübergreifend gibt es in diesem Zusammenhang neue Positionen, zum Beispiel im Online-Marketing unseres Bereiches als Schnittstelle zur Markom-Abteilung.