Manko für Industrie 4.0 40 Prozent der Fertigungsindustrie lehnt Cloud Computing ab

Die aktuelle Umfrage der Marktforschungs- und Beratungsfirma Pierre Audoin Consultants (PAC) deckt einen gravierenden Mangel an Cloud-Bereitschaft im industriellen Mittelstand auf.

Laut der von Freudenberg IT (FIT) beauftragten Studie nutzen derzeit 18 Prozent aller mittelständischen Fertigungsunternehmen Cloud-basierte Speicher-, Backup- oder Serverdienste. 16 Prozent setzen Software-as-a-Service (SaaS) für Nischenlösungen, wie CRM (Customer Relationship Management), HR (Human Resources) und PLM (Product Lifecycle Management), ein. Nur bei sechs Prozent jedoch dient SaaS auch als strategische Softwareplattform.

Überraschend hoch ist demgegenüber der Anteil der Cloud-Totalverweigerer: Mehr als 40 Prozent aller befragten Fertigungsunternehmen lehnen Cloud Computing in jeder Form prinzipiell ab. Vor allem in kleineren Firmen mit weniger als 500 Mitarbeitern halten sich hartnäckig Vorurteile. So hegen 70 Prozent der Befragten in dieser Unternehmensgruppe Bedenken in Bezug auf Performance und Verfügbarkeit. „Dieses Ergebnis steht in scharfem Kontrast zu der Tatsache, dass Cloud Computing gerade für kleinere Mittelständler ein überaus kostengünstiger Hebel sein kann – nicht nur für mehr Servicequalität, sondern auch für höhere Reaktionsschnelligkeit bei der Anpassung der IT an neue Anforderungen“, konstatiert PAC-Analyst Karsten Leclerque.

Cloud als Türöffner zum Internet der Dinge

Mit Blick auf die spezifischen Wettbewerbsanforderungen in der mittelständischen Fertigungsindustrie fügt FIT-CEO Horst Reichardt hinzu: „Cloud Computing ist eine unentbehrliche Voraussetzung für das Internet der Dinge und damit auch für die erfolgreiche Umsetzung der vierten industriellen Revolution.“ Dies sei allein schon deshalb so, weil in einer intelligenten Industrie 4.0-Fabrik mit dezentral vernetzten Werkstücken, intelligenten Maschinen und selbststeuernden Produktionsprozessen eine unvorstellbare Menge an Status- und Bewegungsdaten anfällt. Diese Datenflut lasse sich nur mit Cloud-basierten Big Data Lösungen beherrschen, sagt Reichardt.

Informationen zur Studie

Für die repräsentative Untersuchung befragte das Marktforschungsinstitut  in der Bundesrepublik rund 140 IT-Entscheider und Produktionsleiter von mittelständischen Fertigungsunternehmen unterschiedlicher Größe. Die Unternehmen setzen sich dabei aus unterschiedlichen Branchen zusammen: Maschinen- und Anlagenbau (38 %), Automotive (28 %) und sonstiger Fertigung (33 %) mit einer jeweiligen Unternehmensgröße von 250 – 499 Mitarbeiter (48 %) sowie 500 – 4.499 Mitarbeiter (52 %).