SLM strebt 500 Mio. € Umsatz an 3D-Druck in die bestehende Produktion!

Die Fertigungskapazitäten will SML Solutions gegenüber heute verdreifachten und den Neubau der Firmenzentrale in Lübeck im Frühjahr 2018 beziehen. Über die vergangenen Wochen haben Investoren rund 60 Mio. Euro in das Unternehmen gesteckt.
Die Fertigungskapazitäten will SML Solutions gegenüber heute verdreifachen und den Neubau der Firmenzentrale in Lübeck im Frühjahr 2018 beziehen. Über die vergangenen Wochen haben Investoren rund 60 Mio. Euro in das Unternehmen gesteckt.

Mit der SLM 800 und der Additive-Designer-Software integriert SLM Solutions den 3D-Druck in reale Fertigungsabläufe und Industrie-4.0-Umgebungen.

»In den nächsten Jahren wollen wir die metallbasierte additive Fertigung sowohl in bestehende Fabrik- und Produktionsprozesse als auch in Industrie 4.0-Umgebungen vollständig integrieren. Wir peilen bis 2022 die 500 Mio. Euro-Umsatzmarke an!«, sagt Uwe Bögershausen, Vorstand der SLM Solutions Group.

Zumal die Kunden jetzt an langfristigen Entwicklungs- und Produktionspartnerschaften interessiert seien. Deshalb hat SLM bereits große Rahmenverträge und Kooperationsvereinbarungen mit verschiedenen Firmen abgeschlossen. Die Fertigungskapazitäten werden gegenüber heute verdreifacht und der Neubau der Firmenzentrale in Lübeck wird voraussichtlich im Frühjahr 2018 bezogen.

Um mit dem 3D-Druck in die reale Produktion einziehen zu können, hat SLM eine Reihe von Verfahren verbessert. Dazu zählen die neue, permanente Filtertechnologie, Melt Pool Monitoring (MPM) und Laser Power Monitoring (LPM) auch für den Multilaser-Betrieb, eine verbesserte Machine Control Software (MCS) sowie eine optionale Pulverversorgungseinheit (PSV) mittels Vakuumtechnik.
Darüber hinaus stellt SLM Solutions den Additive Designer in der Testversion vor. Die im Konzernverbund entwickelte Datenaufbereitungssoftware bietet mit dem erweiterten Leistungsumfang mehr Möglichkeiten die metallbasierte additive Fertigung optimal vorzubereiten und zu steuern.

Wie sich die SLM 800 in reale Fertigungsprozesse integrieren lässt, führt SML live auf der formnext (Halle 3.0,E70) vor. Damit habe die SLM Solutions Group die Weichen für den nächsten Entwicklungsschritt der additiven Fertigungstechnologie gestellt.

60 Mio. Euro Wachstumskapital

Das sehen die Investoren offenbar auch so: Über die vergangenen Wochen hat das Unternehmen aus Norddeutschland von internationalen Investoren weitere rund 60 Mio. Euro Wachstumskapital für den Unternehmensausbau erhalten. Dieses Wachstumskapital gibt SLM Solutions die Unabhängigkeit und Flexibilität, weiter schnell und weltweit wachsen zu können. Mit den Niederlassungen in Detroit, Singapur, Shanghai, Moskau und Bangalore bedient das Unternehmen die sich stark entwickelnden Wachstumsmärkte. Geografisch folgen wir unserer Strategie und werden mit weiteren Niederlassungen noch näher an unsere Kunden heranrücken.«

SLM Solutions aus Lübeck konzentriert sich auf die Entwicklung, Montage und den Vertrieb von Maschinen und integrierten Systemen im Bereich des Selektiven Laserschmelzens (Selective Laser Melting) sowie der Vakuum- und Metallgießanlagen. Das Unternehmen beschäftigt derzeit mehr als 240 Mitarbeiter in Deutschland und den USA. Die Maschinen finden in unterschiedlichen Branchen Einsatz, von der Luft- und Raumfahrt und dem Energiesektor bis zum Gesundheitswesen und im Automobilbau.

Nach gescheiterter GE-Übernahme wieder auf Wachstumskurs

Vor einem Jahr war der Versuch von GE Aviation gescheitert, SLM Solutions zu übernehmen. Denn der Hedgefonds Elliott, der 20 Prozent an SM gehalten hat, wollte nicht verkaufen und so hatte GE nicht die erforderliche Mehrheit von 75 Prozent erreicht. Daraufhin hatte GE für 549 Mio. Euro 75 Prozent am der fränkischen Concept Laser, einem Wettbewerber von SLM, erworben. Das Management von SLM war damals über den Misserfolg von GE nicht erbaut und befürchtete negative Auswirkungen. Immerhin war GE einer der besten Kunden von SLM. Dass GE Aviation Ende 2016 auch noch Arcam AB übernommen hatte, ebenfalls Wettbewerber von SLM, machte die Sache nicht besser. Nach einem Auftragsrückgang Anfang des Jahres konnte sich SLM über drei Großaufträge aus China und Italien freuen, darunter ein Rahmenvertrag über die Lieferung von 50 SLM 280 Single. Und Multi-Lasermaschinen mit einem Auftragsvolumen von 28 bis 43 Mio. Euro. Der Auftragseingang war im ersten Halbjahr 2017 gegenüber dem Vorjahr um 17,9 Prozent auf 35.3 Mio. Euro gestiegen. Jetzt ist das Unternehmen wieder auf Wachstumskurs.