HP: voll gegen Spritzguss 3D-Druck für die Stückzahlfertigung

Die ersten Maschinene des Typs HP Jet Fusion 3D 4200 sind bereits ausgeliefert.
Die ersten Maschinen des Typs HP Jet Fusion 3D 4200 sind bereits ausgeliefert.

Hewlett Packard will in den 3D-Druck einsteigen und dem Spritzguss Konkurrenz machen.

»Wir haben ein ganz neues Verfahren entwickelt, um 3D-Druck zu realisieren«, erklärt Bastian Weimer, Channel Manager von HP. Das Ziel ist nicht gerade bescheiden: »Wir haben uns von Anfang an vorgenommen, in die Serienfertigung zu kommen«, so Weimer. »Das ist uns gelungen, wir sind die einzig wirkliche Produktionsfirma unter den  Herstellern von 3D-Druckern.« Bis zu zehnmal schneller sei der Prozess gegenüber selektiven Lasersintern (SLS) und Fused Deposition Modeling (FDM).  

Selbstverständlich liegt es nahe, dass HP für dem 3D-Druck auf dem aufbaut, was für den 2D-Druck – also das bekannte bedrucken von Papier – bereits an Wissen vorhanden war.

Doch lässt sich dies überhaupt für den 3D-Druck nutzen? Es gibt viele Verfahren für den 3D-Druck: Beispielsweise wird Schicht für Schicht ein Kunststoffdraht Paste extrudiert. So lassen sich 3D-Objekte  individuell erstellen. Meist handelt es sich um Prototypen, die mit etwas Nachbearbeitung zumindest in ihrer Form den mit anderen Methoden gefertigten »echten« Teilen sehr nahe kommen. Das Material ist meist Kunststoff, die Materialeigenschaften erlauben es nur eingeschränkt, diese Werkstücke in realen Geräten einzusetzen.

Für den professionellen Bereich besser geeignet sind verschiedene optische und Laserverfahren. In solchen 3D-Druckmaschinen ist eine Kammer untergebracht, die beispielsweise mit einem flüssigen Harz gefüllt ist. UV-Strahlen härten das Material Schicht für Schicht an den gewünschten Punkten aus, so dass ein festes 3D-Objekt entsteht.

Der Bauraum kann aber auch mit einem Pulver gefüllt sein, das Laserstrahlen Punkt für Punkt aufschmelzen. Härten die geschmolzene Zonen aus, so sind sie miteinander verbunden und bilden dann wieder Schicht für Schicht ein 3D-Objekt. Dieses Verfahren, von dem es zahlreiche Varianten gibt,  kann sehr genau sein und es lassen sich verschiedene Materialien verarbeiten. Ausgangspunkt können verschiedene Kunststoffmaterialien aber auch Metalle sein. Die 3D-Objekte sind dann mehr als reine Modell-Prototypen. Sie weisen mechanische Eigenschaften auf, die sie auch für den Einsatz unter realen Bedingungen als Maschinenteile geeignet machen. Turbinenschaufeln sind dafür ein gerne genanntes Beispiel.