Bosch investiert 300 Millionen Euro für Künstliche Intelligenz

„Bosch wird mit Hilfe Künstlicher Intelligenz aus Dingen intelligente Assistenten machen. Produkte werden zum Partner, zum Begleiter, zum persönlichen Assistenten“, sagt Bosch-Chef Denner.

Zum Jahresbeginn nahm das neue Bosch Center for Artificial Intelligence (BCAI) seine Arbeit auf. Ziel des Zentrums ist der Ausbau der Kompetenzen für Künstlichen Intelligenz.

„Bosch hat mit seiner Sensorik den Dingen das Fühlen beigebracht. Jetzt bringt Bosch den Dingen das Lernen und intelligentes Handeln bei“, erklärt Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH und in der in der Bosch-Geschäftsführung auch Forschung und Vorausentwicklung verantwortlich. „In zehn Jahren wird kaum ein Bosch-Produkt ohne Künstliche Intelligenz denkbar sein. Entweder verfügt es selbst darüber, oder Künstliche Intelligenz hat bei der Entwicklung oder Herstellung des Produkts eine wesentliche Rolle gespielt“, sagte Denner. Bereits in fünf Jahren sollen Produkte mit Künstlicher Intelligenz zehn Prozent des Bosch-Umsatzes erzielen. Das BCAI startet zunächst mit rund 100 Experten an den Standorten Bengaluru (Indien), Palo Alto (USA) und Renningen (Deutschland). Bis 2021 wird Bosch 300 Millionen Euro in den Ausbau investieren. Die Mitarbeiterzahl soll sich im gleichen Zeitraum vervielfachen.

Intelligente digitale Assistenten: ein Milliardenmarkt

Bosch sieht in der Personalisierung des Internets der Dinge die nächste Entwicklungsstufe der Vernetzung. „Bosch wird mit Hilfe Künstlicher Intelligenz aus Dingen intelligente Assistenten machen. Produkte werden zum Partner, zum Begleiter, zum persönlichen Assistenten“, sagte der Bosch-Chef. Bis 2021 wird nach Prognosen der Marktforscher von Tractica die Anzahl der Nutzer digitaler Assistenten um mehr als 350 Prozent zunehmen. „Digitale Assistenten sind die Schnittstelle zum Kunden. Bosch kann mit vernetzten Produkten in direkter Beziehung zum Kunden bleiben. Je besser wir einen Nutzer kennen, desto personalisierter kann unser Service-Angebot sein“, so Denner weiter. Auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas hat Bosch unter anderem den Heimroboter Kuri vorgestellt. Schwerpunkt in der Entwicklung von Kuri lag in der Personalisierung, also in der Fähigkeit, mit Menschen zu interagieren. Ebenfalls gezeigt hat das Unternehmen den Assistenten Mykie , der auf die Anforderungen der Smart Kitchen zugeschnitten ist. Mykie kennt beispielsweise den Kühlschrankinhalt, schreibt selbstständig Einkaufszettel und hilft beim Kochen. Ein Concept Car hat auf der CES einen Ausblick auf den persönlichen Assistenten „Auto“ gegeben. Durch Vernetzung des Fahrzeugs können Nutzer laut einer neuen Studie von Bosch und Prognos rund 100 Stunden pro Jahr effizienter und entspannter nutzen.