Elektromobilität vorne 2025 ist die Digitalisierung umgesetzt!

Ansgar Hinz, Vorstandsvorsitzender des VDE, ist überzeugt, dass die Digitalisierung in Deutschland früher abgeschlossen sein wird als in Europa und im globalen Durchschnitt
Ansgar Hinz, Vorstandsvorsitzender des VDE, ist überzeugt, dass die Digitalisierung in Deutschland früher abgeschlossen sein wird als in Europa und im globalen Durchschnitt

Das Rennen um die digitale Transformation ist in der heißen Phase, zwei Drittel der VDE-Mitgliedsunternehmen und Hochschulen werden sie bis 2025 abgeschlossen haben.

»Das ist deutlich früher als in Europa und im globalen Durchschnitt«, sagte Ansgar Hinz, Vorstandsvorsitzender des VDE, anlässlich der Veröffentlichung des neuen VDE Tec Reports auf der HMI.

Immerhin 64 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass die erste heiße Phase des digitalen Wandels bis 2025 in Deutschland erfolgreich abgeschlossen sein wird. Der große Treiber für die digitale Transformation ist laut der Erkenntnisse des Reports die Elektromobilität: 61 Prozent der befragten Firmen sehen sie als wichtigsten Innovationstreber, noch vor Industrie 4.0 und Energieeffizienz.

Der digitale Wandel ist dabei kein Hemmschuh für den Standort, im Gegenteil: 72 Prozent sind überzeugt, dass er wie ein Turbo für den Standort wirkt.

Soweit das Positive. Negativ schlägt zu Buche, dass die US-Unternehmen die technische Software und die Internet-Plattformen dominieren. 72 Prozent befürchten, dass Deutschland deshalb im Innovationsrennen zurückfallen könnte. Und trotz des Zwischenspurts, den die deutsche Industrie hingelegt hat, nehmen die USA vor asiatischen Mitbewerbern wie Japan und Südkorea die Spitzenpositionen ein – mit weitem Abstand.

Liegt Deutschland jetzt also im Rennen um die digitale Transformation vorne oder hinten? Das kommt wohl auf den Blickwinkel an. Um dort besser zu werden, wo Deutschland im Moment abgeschlagen ist, nennt die Mehrheit der Befragten  die folgenden dringenden Maßnahmen: den Mikroelektronikstandort Deutschland/Europa zu stärken, die 5G-Infrastruktur auszubauen sowie eine Sicherheitsoffensive und eine Bildungsoffensive einzuleiten.  Die Forderung nach einem schnellen IKT-Infrastrukturausbau rangiert dabei auf dem ersten Platz, gefolgt von der Bildungsoffensive.

Gemeinsam wollen VDE und Fraunhofer weltweite Impulse geben, auch für Themen, die auf den ersten Blick recht deutsch klingen. Beispielsweise gilt dies für die Energiewende: Hier wollen beide ihre Zusammenarbeit bei den Renewables verstärken. Der VDE kooperiert dabei mit der Regierung von Kalifornien, um die erneuerbaren über IoT effizient ins Netz einzubinden. Zusammen mit Versicherungen und Banken  wie Allianz, Munich Re und Wells Fargo soll die Qualität für große Solarprojekte von technischer Seite abgesichert werden. Dazu will der VDE in den nächsten Monaten neue Labs in den USA und in Asien eröffnen.

Ab 2018 plant der VDE mit dem VDE Tec Summit alle zwei Jahre eine Leistungsschau zu veranstalten, auf der die Branche zeigen soll, wie sie in den Hype Themen wie Energiewende, Industrie 4.0, Living, und Cyber Security vorankommen.

Wie wichtig diese Initiativen sind, zeigt die Befürchtung der großen Mehrheit der Befragten des VDE Tec Report 2017: Fast 80 Prozent rechnen damit, dass Deutschland auf den Gebieten der technischen Software und Internet-Plattformen im Innovationswettlauf zurückfällt, wenn nicht mehr für den digitalen Wandel getan wird.