Toshiba Memory Western Digital will doch noch Anteil

In Yokkaichi fertigt Toshiba den Großteil seiner Speicherbausteine wie etwa 3D-NAND-Flash.
In Yokkaichi fertigt Toshiba den Großteil seiner Speicherbausteine wie etwa 3D-NAND-Flash-ICs.

Western Digital möchte sich angeblich an Toshiba Memory beteiligen, sobald die Firma an die Börse gegangen ist.

Sollte das gelingen, würde Western Digital die Klage vor dem internationalen Schiedsgericht gegen Toshiba fallen lassen, wie die Japan News berichtet. Western Digital befinde sich danach in Gesprächen mit Bain Capital. Ein Konsortium um Bain Capital möchte Toshiba Memory kaufen.

Dagegen hatte sich Western Digital aber bisher gewehrt. Das Unternehmen war von Toshiba nicht zum Verkauf befragt worden. Das aber sei nach Auffassung von Western Digital erforderlich gewesen, weil Western Digital seit der Übernahme von San Disk über ein Joint Venture mit Toshiba verbunden ist. Toshiba teilte diese Auffassung nicht und so verklagten sich beide Firmen gegenseitig. Western digital störte sich besonders daran, dass auch Wettbewerber SK Hynix zum Konsortium gehört. Wie Japan News schreibt, befänden sich beide Unternehmen jetzt aber auf dem Weg der Einigung.

Um weiter an der Börse von Tokio notiert zu bleiben, muss Toshiba den Verkauf der Speichersparte bis Ende März über die Bühne gebracht haben. Die 18 Mrd. Dollar, die das Konsortium um Bain dafür ausgibt, wären dringend erforderlich, um das Eigenkapital wieder in den schwarzen Bereich zu bringen.

Inzwischen hat Toshiba zusätzlich den Plan verkündet, Aktien im Wert von 5,35 Mrd. Dollar zu platzieren, um seinen Verbleib an der Börse zu retten, falls der Verkauf von Toshiba Memory nicht fristgerecht über die Bühne geht. Daran wollen sich allerdings zahlreiche aktivistische Investoren beteiligen. Wie sich die kurzfristige Rettung von Toshiba  nach dieser Methode längerfristige auf das Unternehmen und sein Management auswirken könnte, steht noch in den Sternen.