Toshiba Memory Western Digital weiter in Opposition

In Yokkaichi fertigt Toshiba den Großteil seiner Speicherbausteine wie etwa 3D-NAND-Flash.
Western Digital lässt mit der Klage gegen den Verkauf von Toshiba Memory nicht locker.

Western Digital reagiert eher barsch auf die Avancen von Toshiba und will die Klage gegen den Verkauf von Toshiba Memory weiter führen.

Die Klage gegen den Verkauf von Toshiba Memory an ein Konsortium um Bain Capital, dem auch Seagate und SK Hynix angehören, läuft weiter: Western Digital hat die Offerte von Toshiba nicht angenommen, sich mit Geld am Bau der neuen Fab 6 zu beteiligen. »Wir sind zu diesem Zeitpunkt nicht überzeugt, in der nächsten Finanzierungsrunde für Fab 6 dabei zu sein«, mit diesem Worten zitiert  die Nikkei Asian Review Steve Milligan, CEO von Western Digital. Das Unternehmen will also weiter Sand ins Getriebe streuen, und hofft, den Verkauf so verzögern zu können, dass er Toshiba das Geld nicht schnell genug erhält, um den Rausschmiss aus der Börse von Tokio, der im März 2018 droht, noch verhindern zu können.

Erst kürzlich hatten die Aktionäre dem Verkauf von Toshiba Memory zugestimmt. Gefragt, was den passiere, falls Western Digital den Verkauf zumindest verzögern könnte, antwortete Satoshi Tsunakawa, President von Toshiba, eher vage von verschiedenen Maßnahmen, die dann ergriffen werden könnten. Jetzt konzentriere sich Toshiba auf den Verkauf und spreche mit Anti-Trust-Behörden, um deren Zustimmung zu erreichen. Das Management will offenbar an den hypothetischen Fall, dass der Verkauf noch scheitern könne, nicht wirklich denken. Viel mehr als es mit einem neuen Verkauf zu versuchen, würde dann wohl nicht übrig bleiben.

Western Digital ist überzeugt, den Verkauf verhindern zu können, weil das Unternehmen über den Kauf von San Disk Joint-Venture-Partner von Toshiba ist. Als solchem stünde Western Digital ein Mitspracherecht beim Verkauf von Toshiba Memory zu. Die Gruppe um Bain Capital will Western Digital gar nicht gefallen, weil SK Hynix mit von der Partie ist, ein direkter Wettbewerber zu SanDisk, die über das Joint-Venture mit Toshiba selber NAND-Flash-ICs herstellt. Auch dass Western Digitals Wettbewerber Seagete im Konsortium ist, dürfte kaum gefallen. Vor allem aber wollte Western Digital selber über ein Konsortium zumindest Teile von Toshiba Memory kaufen, was Toshiba verhindert hat.  

Western Digital sieht im Übrigen das Joint-Venture auf einem guten Weg. Milligan rechnet für 2018 und 2016 mit einer Steigerungsrate der NAND-IC-Produktion in Bit gemessen von 35 bis 45 Prozent pro Jahr – unabhängig von dem Streit um Fab 6.

Gutes Quartal

Die NAND-Preise verhielten sich über die vergangenen zwei Monate stabil, der weltweite Bedarf wird aber zumindest im zweiten Quartal 2017 die Produktion noch übersteigen, so dass sie Preise weiter auf hohem Niveau verbleiben werden.

Im ersten Quartal des Finanzjahres hat Western Digital einen Umsatz von 5,2 Mrd. Dollar und ein Nettogewinn von 681 Mio. Dollar erzielt. Im ersten Quartal 206 hatte der Umsatz bei 4,7 Mio. Dollar gelegen und das Unternehmen musste einen Verlust von 366 Mio. Dollar ausweisen. Für das zweite Quartal rechnet Western Digital ebenfalls mit einem Umsatz von 5,2 bis 5,3 Dollar. In diesem Jahr ist der Kurs der Aktien von Western Digital um über 30 Prozent gestiegen.