X-Fab-CEO fordert »Weg mit der EEG-Umlage«

Hans-Jürgen Straub war seit der Unternehmensgründung 22 Jahre CEO bei X-Fab - Ende Mai 2014 tritt er zurück.
Hans-Jürgen Straub, CEO von X-Fab: »Die Stromkosten haben sich zwischen 2007 und diesem Jahr verdoppelt.«

Der Streit zwischen Deutschland und der EU-Kommission über die EEG-Umlage schwelt noch, wobei es derzeit heißt, dass die EU für 65 Industriezweige – welche Branchen das sind muss noch entschieden werden - auch weiterhin Sonderregeln erlaubt und dass die Höhe der Belastung für Firmen begrenzt. Hans-Jürgen Straub, CEO von X-Fab, fordert aber so oder so: »Das EEG-Umlagesystem gehört abgeschafft.«

Derzeit ist X-Fab-Standort in Dresden von der EEG-Umlage befreit. Für die Fabrik in Erfurt will Straub für das letzte Jahr einen Antrag auf Befreiung stellen, weil die Stromkosten die bislang geltende Grenze von 14 Prozent der Bruttowertschöpfung überstiegen haben. Die Fab in Erfurt kommt auf einen Stromverbrauch von rund 60 Mio. kWh, zu einem Preis von knapp 15 Cents pro KWh. Straub: »Die Stromkosten in Erfurt liegen um das Vierfache höher als die Stromkosten für unser Werk in Texas. Das zeigt doch schon, dass die Strompreise hier vollkommen aus dem Ruder gelaufen sind.« Wobei er nicht die eigentlichen Strompreise kritisiert, sondern die Vielzahl von staatlichen Zulagen. Laut seiner Aussage ist der eigentliche Strompreis zwischen 2007 und 2013 von 5,3 auf 5,4 Cent gestiegen, also nicht der Rede wert. Richtig teuer sind die staatlichen Steuern und Abgaben geworden: Lagen sie 2007 noch bei 2 Cent, sind es in diesem Jahr schon 9,3 Cent. Und der Großteil dieser erhöhten Abgaben ist auf die EEG-Umlage zurückzuführen: Diese betrug 2007 noch 0,35 Cent, in diesem Jahr liegen sie bei 6,24 Cent.

Straub kritisiert neben den hohen finanziellen Belastungen und den damit verbundenen Wettbewerbsnachteilen gegenüber konkurrierenden Halbleiterunternehmen aus dem Ausland aber noch einen weiteren Punkt: die Unsicherheit bezüglich der Kostenplanung. »Im Oktober bekommt man als Unternehmen mitgeteilt, wie die finanziellen Rahmenbedingungen aussehen, das ist ein absolutes Unding«, wettert Straub und fordert deshalb noch einmal ganz klar: »Die EEG-Umlage gehört gekippt.«