Mit Schrittmotoren von Trinamic Von der additiven Fertigung zum privaten 3D-Drucker

Der neue Witbox-GO-Drucker des spanischen Herstellers BQ mit den Schrittmotoren von Trinamic, die das störende, „singende“ Geräusch während des 3D-Drucks dank stealthChop vermeiden

3D Drucker für den Privatbedarf haben einen großen Hype erfahren, nun müssen die Architekturen ausreifen und beweisen, dass sie auch für den stark kostengetriebenen Consumer-Markt geeignet sind.

Die additive Fertigung – auch als 3D-Druck bekannt – eröffnet im kommerziellen Einsatz zahllose neue Möglichkeiten, von kleineren Los-Größen bis zur Stückzahl eins. Die additive Fertigung erlaubt es, die Produkte fast ohne Einschränkungen auf die kundenspezifischen Anforderungen zuzuschneiden und Geometrien zu herzustellen, die mit klassischen Fertigungsverfahren nicht möglich sind. Das derzeit wohl meist zitierte Beispiel ist die Einspritzdüse für Flugzeugtriebwerke von General Electric, die erst durch die additive Fertigung möglich wurde und eine deutliche Optimierung des Wirkungsgrades ermöglichte. Trinamic Schrittmotor-Treiber Bausteine finden in diesem Anwendungsumfeld zunehmende Verbreitung und ermöglichen den Herstellern, präzise, leise und zukunftsfähige Designs.

Noch vor wenigen Jahren war die Vision, dass der 3D-Druck sich auch zu Hause durchsetzen wird und sich in kürzester Zeit ein 3D-Drucker wie ein Tintenstrahldrucker oder eine Mikrowelle in jedem Haushalt findet. Derzeit scheint die Ernüchterung zu überwiegen. Die technischen Möglichkeiten bei erschwinglichen Preisen scheinen erschöpft und 3D-Drucker sind nach wie vor nicht so einfach zu nutzen, wie man es von einem Consumer-Gerät erwartet.

Anwendungen sind der begrenzende Faktor

Als sich in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts 2D-Drucker im kommerziellen Umfeld und später in den 90er Jahren im privaten Umfeld verbreiteten, war der Zweck offensichtlich. Kopiergeräte und Schreibmaschinen, später sogar klassische Fotovergrößerung wurden durch die immer besseren und komfortableren Laser- und Tintenstrahl-Drucker verdrängt. Erst danach ergaben sich neue Nutzungen. 3D-Drucker können nicht auf so komfortable Starthilfe zurückgreifen. Während im kommerziellen Einsatz die Fertigung dreidimensionaler Komponenten oder Prototypen auch vor der additiven Fertigung normal war, gibt es im privaten Umfeld dagegen kein Fertigungsverfahren, das substituiert werden kann. Die Anwendungsfälle werden sich also erst durch die Technik ergeben.

Ist der Traum des 3D Druckens zuhause ausgeträumt?

Ein Gang über den 3D-Druck-Marketspace der CES2017 sieht nach dem Gegenteil aus. Die Zahl der ausstellenden Firmen mag in den letzten Jahren gesunken und die Goldgräberzeit vorbei sein und einer Konsolidierung gewichen, aber es hat sich ein substanzielles Segment Consumer 3D-Druck herausgebildet. Wie oft fängt das eigentliche Geschäft erst nach Abflauen des großen medialen Hypes an. Auf die Phase der großen Erwartungen folgt ein Tal unerfüllter Versprechungen. Mit dem Aufstieg aus dem Tal ziehen sich derzeit einige Hersteller von industriellen Druckern aus dem Consumer-Markt zurück. Zwar sind die technischen Anforderungen des Endgerätes sehr ähnlich, aber die Marktanforderungen lassen sich selten mit den gleichen Organisationen und Vertriebsstrukturen bedienen. An deren Stelle treten Firmen, die aus der Open Source Szene erwachsen sind oder solche, die bereits in anderen Consumer Märkten stark sind und geeignete Distributionsstrukturen aufgebaut haben.

Technische Implikationen

Welche technischen Anforderungen stellt das an 3D-Drucker? Nachdem die Entwicklung der vergangenen Jahre vor allem auf eine saubere und verlässliche Bahnsteuerung ausgerichtet waren, kann dieses Problem heute als beherrschbar betrachtet werden. Im Fokus steht nun vielmehr ein Ökosystem an Software, dass die Bedienung für den Benutzer so einfach wie einen normalen Tintenstrahldrucker machen wird, sowie Datenbanken mit druckbaren Daten um die Einstiegshürden niedrig zu halten.

Der spanische Hersteller BQ setzt dabei auf die Erfahrungen mit Android Systemen und verbaut im gerade neu vorgestellten Witbox-GO-Drucker ein komplettes Android System und erkauft sich damit eine vertraute Benutzerführung sowie die problemlose Kopplung mit beliebigen Netzwerken.