»Mit der Capella-Akquisition haben wir Neuland betreten« Vishay investiert in den Ausbau der Fertigungskapazitäten

Dr. Gerald Paul, Vishay: »Die Entscheidung, uns verstärkt dem chinesischen Industrieelektronikmarkt zu widmen, hat sich als absolut richtig erwiesen, wir wachsen dort überdurchschnittlich, und speziell die Nachfrage nach „Advanced Products“ wird immer größer dort.«
Dr. Gerald Paul, Vishay: »Die Entscheidung, uns verstärkt dem chinesischen Industrieelektronikmarkt zu widmen, hat sich als absolut richtig erwiesen, wir wachsen dort überdurchschnittlich, und speziell die Nachfrage nach „Advanced Products“ wird immer größer dort.«

Dr. Gerald Paul, CEO und President von Vishay, spricht im Interview über den erfolgreichen Einstieg in den chinesischen Industrieelektronikmarkt und über die Notwendigkeit, weiter deutlich in den Kapazitätsausbau zu investieren.

Markt&Technik: Nach dem Auf und Ab der letzten Jahre hat sich das laufende Geschäftsjahr ziemlich normal entwickelt. Teilen Sie diese Einschätzung?

Dr. Gerald Paul: Gestartet ist dieses Jahr vielversprechend, man hätte sogar erwarten können, dass es ein wirklich sehr interessantes Jahr wird. Doch diese Dynamik hat sich dann im Juli, August abgeschwächt. In der Vergangenheit war es dann in der zweiten Jahreshälfte traditionell die asiatische Consumer-Branche, die speziell im 4. Quartal noch einmal für einen Umsatzzuwachs gesorgt hat. Dieses Schema gilt spätestens seit dem Krisenjahr 2009 nicht mehr. In der ersten Jahreshälfte scheinen auch die Distributoren an die Rückkehr der alten Gewohnheiten zu glauben, aber spätestens ab dem 3. Quartal treten sie seit einigen Jahren auf die Auftragsbremse. Bis die anvisierte Lageranpassung abgeschlossen ist, wird es wohl Januar, Februar werden. 

Vishay weist eine fast untypische Umsatzverteilung zwischen Asien, Europa und Amerika auf. Asien und Europa liegen fast gleichauf. Amerika etwas dahinter. Ist diese Verteilung vor allem historisch durch die Zukäufe der letzten Jahrzehnte zu verstehen?

Eigentlich spielt die Musik für uns zu 70 Prozent in Asien, aber viele der durch den asiatischen Markt angeregten Umsätze, werden in Europa und Amerika realisiert Wir konnten in den letzten zwei Jahren mit Erfolg auf dem chinesischen Industrieelektronik-Markt reüssieren, den wir zuvor lange vernachlässigt, vielleicht in seiner Zugänglichkeit unterschätzt haben. Inzwischen bauen wir dort unsere Vertriebsmannschaft von Jahr zu Jahr weiter aus. Ich gehe deshalb davon aus, dass sich diese fast ausgeglichene regionale Umsatzverteilung in Zukunft mehr zugunsten Asiens verschieben wird.  

Sie haben einmal erklärt, dass Vishay mit einem Umsatz von ca. 1,9 Milliarden Dollar den Break-Even erreicht. Wohin wird Sie das „normale“ Geschäftsjahr 2014 aller Voraussicht nach führen?

Es sind ja nur noch knappe sechs Wochen und wir werden wohl bei rund 2,5 Milliarden Dollar rauskommen. Aus heutiger Sicht gehen wir davon aus, dass wir von dieser Basis aus, im nächsten Jahr um 6 bis 8 Prozent werden zulegen können. Dieses Wachstum streben wir weiterhin in einer Kombination aus organischen Wachstum und Akquisitionen an. Umsatzsteigerung ist aber nur das Eine, wir haben uns auch das Ziel gesetzt, unseren Nettogewinn in den nächsten fünf Jahren zu verdoppeln.