Kommentar Trumps Wirtschaftspolitik – ein Rätsel?

Heinz Arnold, Chefredakteur Markt&Technik
Heinz Arnold, Chefredakteur Markt&Technik

Welche Wirtschaftspolitik betreibt Donald Trump? Meint er überhaupt, was er im Wahlkampf sagte und twitterte?

So lauten die großen Preisfragen in diesen Tagen in Wirtschaft und Politik. Hinter diesen Fragen steckt eine weitere Frage: Wer will sich freiwillig in eine ruinöse Situation bringen? Antwort: Niemand, der vernünftig überlegt, könnte sich so etwas wünschen! In einer globalisierten Welt gegen grundlegende Prinzipien zu verstoßen, wäre unvernünftig. Wer dies täte, ruinierte die Weltwirtschaft, die eigene inbegriffen. Die Wirtschaft funktioniert aber rational. Sie würde sich also mit aller Macht gegen ihren Ruin wehren. Das meint jedenfalls Norman Angell in seinem Buch »The Great Illusion«.

Doch zunächst zu Donald Trump: Er geht davon aus, dass ein Wirtschaftswachstum von 4 bis 5 Prozent in den USA möglich sei. Dass es über die letzten Jahre bei eher mageren 1,6 Prozent gelegen hatte, führt er auf eine lasche Politik zurück und auf für die USA unvorteilhafte internationale Verträge. Als Unternehmer will er lieber Deals aushandeln. An was er da so denkt, hat er im berühmten Interview mit der Bildzeitung sehr direkt formuliert.

Die deutsche Wirtschaft, insbesondere die deutschen Autobauer und ihre Zulieferer, dürften weniger erfreut gewesen sein, die Politiker ebenfalls, auch wenn die Reaktionen diplomatisch ausfielen.
Von Diplomatie wiederum hält Trump nicht viel. Dass auf einen groben Klotz ein grober Keil gehört, meint im Gegenzug die Mehrheit unter 517 Entscheidern in Deutschland: Sie fordern unterschiedliche Positionen klar zu benennen. Nur ein Drittel ist für Vorsicht und Zurückhaltung. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Allensbach im Auftrag von FAZ und Capital durchgeführt hat.