Auf Konfrontationskurs Toshiba will neue Flash-IC-Fab bauen – ohne WD

Toshiba will alleine in die Fab 6 zur Fetrigung vonb 3D-NAND-Flash-Speicher-ICs investieren.

Toshiba geht auf Konfrontation zu Western Digital (WD) und will eine neue Fab für die Fertigung von 3D-NAND-Flash-ICs bauen – alleine.

Rund 1,8 Mrd. Dollar will Toshiba investieren, um die Fab 6 in Yokkaichi zu bauen – ohne Beteiligung von Western Digital. Seit 2004 hatten sich Toshiba und SanDisk die Kosten für die erforderlichen Maschinen im Rahmen ihres Joint-Ventures geteilt.  

Western Digital hatte San Disk im vergangenen Jahr übernommen. Mit Western digital aber gestaltet sich die Zusammenarbeit aus Sicht von Toshiba wenig erfreulich, wie führende Manager sogar in japanischen Medien lanciert hatten.

Umgekehrt versucht jetzt Western Digital, den Verkauf an Konsortien zu verhindern, an denen Western Digital nicht beteiligt ist. Ob aber der Verkauf an das bisher bevorzugte Konsortium unter Beteiligung von der Innovation Network Corp. of Japan (INCJ) und der Development Bank of Japan (DBJ) sowie Bain Capital und SK Hynix gelingt, ist im Moment fraglich. Unter anderem ist die Rolle von SK Hynix ungeklärt. Außerdem dürfte die Geduld der Investoren von Toshiba sich langsam dem Ende nähern, so dass über die letzten Wochen wieder Konsortien ins Gespräch kamen, die Toshiba offensichtlich nicht präferiert hatte. Darunter kam ein Angebot von Foxconn und vor allem tauchte wieder das Konsortium von Western Digital und KKR auf, an dem sich INCJ und DBJ beteiligen könnten, wenn aus dem Verkauf an das Konsortium um Bain Capital und SK Hynix nichts werden sollte.

Laut Toshiba konnten sich das Unternehmen mit Western Digital nicht darüber einigen, weil es Differenzen darüber gibt, wie viel und wie schnell in den Ausbau der Kapazitäten für NAND-Flash-IC Fertigung ausgegeben werden sollte. Toshiba möchte die Kapazitäten angeblich schneller ausbauen und mehr Geld investieren als Western Digital für richtig hält. In der neuen Fab will Toshiba 3D-NAND-ICs fertigen und die Produktion bis März 2019 auf 90 Prozent hochfahren.

Western Digital wiederum ist der Meinung, dass Toshiba gar nicht im Alleingang investieren darf: »Wir glauben fest an den Erfolg der Joint Ventures in Yokkaichi. Im Rahmen des Joint-Ventures sind wir auch am Aufbau der der neuen Fab 6 beteiligt, insbesondere an der Finanzplanung für neue Maschinen. Die Vereinbarungen erlauben uns, in Fab 6 zu investieren und das ist genau das, was wir tun wollen. Wir wollen weiterhin signifikant in Yokkaichi investieren, um diesen Standort zu erhalten, an dem sich eines der weltweit bedeutendsten Entwicklungszentren für neuer Speichertechnologien befindet«, schreibt Western Digital in einer Pressemitteilung als Reaktion auf Toshibas angekündigten Alleingang. 

Außerdem vertraue das Unternehmen darauf, dass der International Court of Arbitration die aus seiner Sicht berechtigten Ansprüche bestätigen werde, die sich aus den Joint-Ventures ergäben.