Headhunter auf der Jagd Toshiba verliert Marktanteile und Ingenieure

Die Bieter lieferen sich eine Übernahmeschlacht um die Flash-Speicher-Sparte von Toshiba
Übernahmeschlachten, die sich hinziehen, wie die um Toshiba Memory, sind interessante Zeiten für Headhunter.

High-Tech-Unternehmen richten ihre verlockenden Job-Angebote gezielt an Ingenieure von Toshiba und Western Digital.

Samsung Electronics konnte im zweiten Quartal dieses Jahres den Anteil im Markt für NAND-Flash-Speicher um 2,5 Prozentpunkte auf 38,3 Prozent ausbauen, Toshiba verlor 3,7 Punkte und ging auf einen Anteil von 16,1 Prozent zurück. Der bisher nicht gelungen Verkauf von Toshiba Memory scheint jetzt also auch auf die Marktanteile durchzuschlagen.  

Das sind goldene Zeiten für Headhunter: Wie die Nikkei Asia Review berichtet, werben direkte Wettbewerber wie die IC-Hersteller Samsung, Micron und Renesas, aber auch Firmen wie Toyota Motors und Denso die Top-Mitarbeiter von Toshiba und Western Digital gezielt ab. Damit hätten sie bereits Erfolg gehabt.  

Anscheinend überlegen sich viele Top-Ingenieure, ob sie weiterhin für Toshiba arbeiten wollen, die den Verkauf ihrer NAND-Flash-Speichertochter einfach nicht über die Bühne bekommt. Oder für Western Digital, die SanDisk im letzten Jahr gekauft hatte und den Verkauf von Toshiba Memory bisher verhindern wollte.

Zumal führende Experten bei anderen Firmen wohl mehr Geld verdienen können, als bei Toshiba, die Bonus-Programme eingefroren hat und sich in der gegenwärtigen Situation üppige Gehälter kaum leisten kann.

Samsung dagegen hatte einen Operating Profit von 20 Mrd. Dollar in einem halben Jahr ausgewiesen, hier dürfte Geld keine so große Rolle spielen, wenn es darum geht, die besten Köpfe zu gewinnen. Auch Micron will seine NAND-Flash-Speicher-Aktivitäten kräftig ausbauen, unter anderem auch in der früheren Fab von Elpida in Hiroshima.