Toshiba Memory Toshiba schlägt zurück

Toshiba verklagt Western Digital in Tokio und fordert fast 1 Mrd. Dollar Schadenersatz. Kommt es zum Bruch der Partnerschaft?

Damit schlägt Toshiba jetzt zurück: Mit der Klage will Toshiba eine einstweilige Verfügung vor dem Bezirksgericht in Tokio erreichen und verklagt Western Digital auf 120 Mrd. Yen Schandersatz (953 Mio. Dollar). 

Western Digital wollte den Verkauf an ein Konsortium verhindern, das die Innovation Network Corp. of Japan (INCJ) führt. Das Schöne aus der Sicht der japanischen Wirtschaft und des japanischen Staates: Hier können mehrheitlich japanische Unternehmen bestimmen.

Das Schlechte aus der Sicht von Western Digital: Das Unternehmen wurde nicht um Zustimmung gefragt, obwohl es seit vielen Jahren erfolgreiche Joint-Ventures mit Toshiba betreibt. Außerdem wäre im von Toshiba präferierten Konsortium der NAND-Flash-Rivale SK Hynix dabei.

Wie gut das Joint-Venture bisher funktioniert habe, präsentierte Western Digital gestern: Den weltweit ersten 96-Layer-3D-NAND-Flash-IC, der ab der zweiten Hälfte des Jahres in Mustern zur Verfügung steht und der in Stückzahlen zunächst in Form von 256-GBit-Chips auf den Markt kommen soll.  

Toshiba seinerseits droht nun, die Mitarbeiter von Western Digital am Joint-Venture von Informationen abzuschneiden und behauptet, dass Western Digital widerrechtlich über Mitarbeiter von Toshiba an Firmengeheimnisse herangekommen wäre.

Western Digital würde gerne selber an der Übernahme von Toshiba Memory beteiligt sein und hatte sich an der Bieterschlacht um Toshiba Memory zusammen mit der Investment-Firma KKR um den Zuschlag beworben. Toshiba und andere japanische Beteiligte haben den Ruf offenbar nicht erhört. Jetzt könnte es zum Bruch zwischen beiden Firmen kommen, die lange so gut funktionierende Partnerschaft auf dem Gebiet der NAND-Flash-Speicher würde dann ihr abruptes Ende finden.