Endlich verkauft!? Toshiba Memory bleibt japanisch - das Problem auch

Toshiba Memory geht an das Konsortium um Bain un bleibt japanisch. Störfeuer von Western Digital sind aber weiter zu erwarten.

Toshiba Memory ist endlich für 18 Mrd. Dollar an das Konsortium um Bain Capital verkauft – wenn auch auf eine sehr japanische Art. Und es bleiben noch Hürden zu nehmen.

Wird es Toshiba damit gelingen, auch nach dem März 2018 an der Börse von Tokio weiter gelistet zu werden? Auf dem Papier müsste der Geldsegen durch den Verkauf ausreichen, um das Geschäftsjahr zu diesem Zeitpunkt mit positivem Eigenkapital abschließen zu können – die Voraussetzung für den Verbleib an der Börse. Doch sicher ist vor allem nicht, ob alles schnell genug über die Bühne gezigen werden kann.

Zunächst zur Übernahme selber: Japanische Firmen werden mehr als 50 Prozent an Toshiba Memory halten, davon allein Toshiba 40 Prozent obwohl es sich am Kauf nur zur 18 Prozent beteiligt. Der Photomaskenhersteller Hoya Corp. trägt 1 Prozent der Investitionen, erhält aber einen Anteil von 10 Prozent. Amerikanische Firmen wie Apple, Dell, Seagate Technology und Kingston Technology werden sich zu 21 Prozent an den Investitionen beteiligen, dafür ab er keine Anteile und oder Stimmrechte erhalten. Ihnen ist offenbar am Wichtigsten, zu verhindern, dass sie als Abnehmer von NAND-Flash-ICs zu abhängig von einem Hersteller werden.

SK Hynix – das Unternehmen beteiligt sich zu 20 Prozent an der Übernahme – darf nicht mehr als 15 Prozent der Anteile von Toshiba übernehmen und es soll sichergestellt werden, dass der koreanische Hersteller von NAND-Flash-Speichern keinen Zugang zum Know-how von Toshiba Memory und auch keine Stimmrechte erhält – zumindest für einen Zeitraum von zehn Jahren. Damit sollen kartellrechtliche Schwierigkeiten umgangen werden.

Eine für die Übernahme ins Leben gerufene Firma namens Pangea unter Führung von  Bain Caital erhält laut Toshiba 5,3 Mrd. Dollar an Krediten von Finanzinstituten und Banken, um den Rest des Kaufpreises aufzubringen, so dass Pangea und die amerikanischen Firmen 30 Prozent des Übernahmepreises beisteuern.