Yole Développement Studie zum MEMS Foundry Markt STMicroelectronics bleibt die wichtigste MEMS-Foundry

Nach den Einbrüchen des Jahres 2009 konnten die MEMS-Foundries 2010 wieder kräftig zulegen. Branchenprimus ist nach wie vor STMicroelectroncis, doch inzwischen weisen bereits mehr als sechs Anbieter einen Jahresumsatz von mehr als 30 Mio. Dollar auf.

STMicroelectronics ist nicht nur der führende Lieferant von MEMS-Lösungen für Consumer-Anwendungen und portable Applikationen, ST dominierte im letzten Jahr auch ganz klar das MEMS-Foundry-Geschäft. Dies geht aus einer aktuellen Marktstudie hervor, die das französische Marktforschungsinstitut Yole Développement vor kurzem veröffentlichte. Demnach dominiert ST auch weiterhin ganz klar das Foundry-Business und erzielte im letzten Jahr als Foundry-Dienstleister im MEMS-Geschäft einen Umsatz von 204 Mio. Dollar.

Das entspricht mehr als dem Fünffachen der nachfolgenden Unternehmen wie Silex Microsystems (37 Mio. Dollar) und Sensonor (35 Mio. Dollar). Nach Einschätzung von Jean Christophe Eloy, CEO von Yole Développement, belief sich der Umsatz der 20 größten MEMS-Foundries im Jahr 2010 auf rund 535 Mio. Dollar. Über ein Drittel davon entfällt allein auf STMicroelectronics.

Doch auch die übrigen MEMS-Foundries konnten sich 2010 eines lebhaften Zuspruchs erfreuen. So konnte allein die Nummer 2 am Markt, Silex Microsystems gegenüber 2009 ein Umsatzwachstum von 85 Prozent auf 37 Mio. Dollar erzielen. Eine hohe zweistellige Wachstumsrate konnte auch Asia Pacific Microsystems erzielen. Ein Umsatzsprung von 60 Prozent brachte das Taiwanesische Unternehmen im Vorjahr mit 31 Mio. Dollar auf Platz 4 der 20 größten MEMS-Foundries.

Nach Einschätzung von Eloy, haben im letzten Jahr aber vor allem die großen IDMs mit ihren 8-Zoll-Fertigungslinien von der Markterholung profitiert. Ihre abgesicherte Lieferkette erlaubte es ihnen auch zuverlässig neues Geschäft zu akquirieren. Zum Wachstum der IDMs hat demnach auch die robuste Markterholung im Bereich der Automotive-MEMS beigetragen.

»In Zukunft werden sich die großen IDMs wie Bosch, STMicroelectronics und Panasonic einen Großteil des Marktwachstums im Consumer-MEMS-Sektor sichern können«, ist Eloy überzeugt, »zudem werden die großen, namhaften Foundries der Halbleiterindustrie eine zunehmende Bedeutung auf dem MEMS-Foundry-Markt gewinnen«. Eloy zeigt sich davon überzeugt, dass das MEMS-Foundry-Geschäft in Zukunft von anderen Playern bestimmt werden wird als bisher, vor allem rechnet er mit dem Einstieg von neuen Player in dieses Dienstleistungsgeschäft.

So gehen die Analysten von Yole Dévoeloppement davon aus, dass allein TSMC seinen MEMS-Foundry-Umsatz im letzten Jahr von bislang 10 auf 20 Mio. Dollar verdoppelt hat. Kräftige Zuwächse konnten auch andere Halbleiter-Foundries wie XFab, Jazz Semiconductor und UMC erzielen, auch wenn sie bislang noch unter die kleineren Anbieter am Markt fallen. So wächst etwa, auch wenn es 2010 noch nicht zum Sprung unter die Top-20 gereicht hat, das MEMS-Foundry-Geschäft von SMIC und Global Foundries hat angekündigt, aggressiv in den MEMS-Foundry-Markt einsteigen zu wollen.

Auch wenn das MEMS-Foundry-Business sich zum Großteil auf kleinere, hochspezialisierte Lösungen konzentriert, so bieten MEMS-Lösungen für optische Anwendungen, den Telekommunikationsbereich oder die Biomedizin deutlich höhere Margen, als das Großseriengeschäft. »Diese Spezial-Foundries mögen vielleicht nicht die ganz hohen Wachstumszahlen aufweisen«, so Eloy, »aber sie machen ein gutes und profitables Geschäft«.
Auch unter diesen Spezialisten gibt es aber wiederum eine Gruppe, die sich durch deutlich höheres Wachstum von den anderen unterscheidet. So haben inzwischen neun MEMS-Foundries ein Umsatzvolumen von 20 Mio. Dollar oder mehr erreicht. Sechs von ihnen liegen bei ihrem Jahresumsatz nun schon über 30 Mio. Dollar. Zum Vergleich: Im Jahr 2006 erreichten nur fünf MEMS-Foundries ein Umsatzvolumen von 20 Mio. Dollar.

Wie schnell ein neuer Anbieter sich auf den vorderen Plätzen des Rankings etablieren kann, zeigt das Beispiel Sensonor. Mit 35 Mio. Dollar sprang das Unternehmen auf Platz 3, nachdem Infineon Technologies seine Reifen-Druck-Monitoring-Aktivitäten als Foundry outgesourced hatte. Texas Instruments, ehemals Nummer 2 des Ranking, ist seinerseits, nach dem die Auslastung durch Tintenstrahldruckköpfe durch Lexmark rückläufig war, auf Platz 5 der MEMS-Foundry-Liste zurückgefallen.